Belebter Leerstand

Ein Leerstand weniger: Drei Start-ups ziehen in die Bernwardstraße – die Miete zahlt die Stadt Hildesheim

Hildesheim - Zwei Jahre lang finanziert die Stadt drei jungen Start-ups ihre gewerblichen Räume, und das auch noch ganz zentral: Das große Ladenlokal in der Bernwardstraße, aus dem gerade der Friseur Huth ausgezogen ist, teilen sich nun die Sieger des Wettbewerbs Hi-Space.

Quartiersmanager Gregor Pellacini, Svenja Fuhrich vom Welcome Center und Vertreter der drei Gewinner Start-ups in den Räumen in der Bernwardstraße. Foto: Kathi Flau

Hildesheim - Ganze zwei Jahre lang finanziert die Stadt drei jungen Start-ups ihre gewerblichen Räume, und das auch noch ganz zentral: Das große Ladenlokal in der Bernwardstraße, aus dem gerade der Friseur Huth ausgezogen ist, teilen sich nun die Sieger des Wettbewerbs Hi-Space. Ausgeschrieben wurde der von der städtischen Initiative HiZukunft – eine Marke, in die unter anderem das Welcome Center, aber auch Smart City und das Fachkräftemanagement eingegliedert sind. Und die damit auch eine Marke der Stadt Hildesheim ist.Zur Übergabe sind – außer den Gewinnern, versteht sich – auch Svenja Fuhrich als Initiatorin des Wettbewerbs, Eckhard Homeister von der Wirtschaftsförderung der Stadt sowie Gregor Pellacini, Quartiersmanager des Bernward-Viertels, gekommen.

Das Projekt soll mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Es gibt neuen Ideen wortwörtlich Raum, und zwar insgesamt fast 200 Quadratmeter, darunter eine gut einsehbare Ladenzeile mit riesigen Schaufenstern, aber ebenso kleineren Büros und einer Küche. Zudem wandelt es einen potenziellen Leerstand in genutzte und folglich belebte Fläche um. Und drittens holt es neue Ideen, neuen Input ins Quartier, das sich spätestens mit dem Kulturzentrum Puls am Angoulêmeplatz ohnehin als Ort für Innovationen und kreatives Machen und Dabeisein empfiehlt.

Nachhaltige Mode aus Algen- und Holzfasern

Jetzt kommt etwa Paxariño dazu, ein Label, das sich in Europa als erste plastikfreie Modemarke für Golf- und Lifestyle Bekleidung in Europa etablieren will. „Wir machen Mode aus Holz- und Algenfasern“, sagt Sebastian Reetze, Gründer des Start-ups. Nachhaltig und fair von der Rohstoffgewinnung bis zum Versand sollen seine Kleider produziert werden, und diese Produktion will er über kurz oder lang auch als eigene Stätte in Hildesheim aufbauen.

Dann ist da Robert Fritsch mit HappyWorx. Dahinter verbirgt sich die Idee, Dorfkneipen als kleine soziale Zentren in der ländlichen Struktur zu begreifen und ihrer bedrohten Existenz kollektiv entgegenzuwirken. „Unsere Kneipe 2.0“ nennt Fritsch seine Vision, die die aktive Beteiligung der Dorfgemeinschaft setzt – und auf den gemeinsamen Erwerb und die Modernisierung alter Kneipen. Kurzum: So ein Dorflokal hätte bessere Chancen, wenn es nicht mehr einem Wirt allein gehört, sondern mehreren.

Neue Standards in Sachen Jobvermittlung

Und dann ist da auch noch Team Magnet, das neue Standards in Sachen Jobvermittlung setzen will. Mit dem Schwerpunkt auf Sanitär- Heizungs- und Klimabetrieben, die das Start-up vor allem in der Frage berät, wie man sich als guter Arbeitgeber auf einem hart umkämpften Fachkräfte-Markt zeigt und behauptet.

Sie alle legen jetzt hier in der Bernwardstraße los. Teilen sich eine Immobilie und lediglich die warmen Nebenkosten für Wasser, Heizung, Strom, Internet. Die monatliche Miete in Höhe von 1220 Euro hingegen übernimmt die Stadt – die das Geld wiederum durch das Förderprogramm Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren (ZIZ) eingeworben hat. Ein, wie man so sagt: Win-Win-Projekt.

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