Trinkwasser

Hildesheimer Harzwasserwerke: Spekulationen um Ausstieg eines wichtigen Gesellschafters

Hildesheim - Die Harzwasserwerke betreiben sechs Talsperren und sind wichtig für die Trinkwasserversorgung und den Hochwasserschutz. Nun stehen möglicherweise Veränderungen bei dem öffentlichen Unternehmen an.

Die Harzwasserwerke haben gerade erst einen Neubau im Hildesheimer Ostend bezogen. Foto: Chris Gossmann (Archiv)

Hildesheim - Die Harzwasserwerke (HWW) mit Sitz in Hildesheim stehen möglicherweise vor tiefgreifenden Veränderungen. Laut Medienberichten gibt es Spekulationen, dass einer der größten Anteilseigner – die Braunschweiger Versorgungsbetriebe – aus dem öffentlichen Unternehmen aussteigen.

Die HWW betreiben insgesamt sechs Talsperren im Harz und haben damit nicht nur eine wichtige Funktion bei der Trinkwasserversorgung, sondern auch und gerade beim Hochwasserschutz.

Das Land hat sich 1996 zurückgezogen

Die Harzwasserwerke wurden bereits im Jahr 1928 gegründet. Zunächst handelte es sich um einen Betrieb des Landes. Doch Niedersachsen zog sich 1996 zurück. Seitdem sind mehrere Stadtwerke Gesellschafter. Die Braunschweiger Versorgungsbetriebe, die unter der Marke BS Energy firmieren, sind mit 10,10 Prozent einer der größeren Anteilseigner. Auch die Stadtwerke Hildesheim gehören zum Kreis der Gesellschafter, verfügen mit 3,67 Prozent aber nur über einen relativ geringen Geschäftsanteil.

Die Spekulationen sind entstanden durch einen Brief der Braunschweiger CDU an den Aufsichtsrat der Braunschweiger Versorgungsbetriebe. Die Christdemokraten kritisieren einen möglichen Ausstieg von BS Energy. Nahrung erhalten haben dürften die Gerüchte auch durch die Entscheidung von BS Energy, dem Braunschweiger Trinkwasser aus den Talsperren auch Grundwasser aus dem Kreis Wolfenbüttel beizumischen. Das Verhältnis zwischen Harzwasserwerken und BS Energy sei „angespannt“, berichtet die „Braunschweiger Zeitung“.

Schwindet der Einfluss Niedersachsens?

Im Fall eines Verkaufs des Braunschweiger Anteils fürchten die Christdemokraten ein überragendes Gewicht eines einzigen Gesellschafters. Nach Informationen des Informationsdienstes „Rundblick“ könnte es sich dabei um die Bremer Gesellschaft swb handeln, die den Braunschweiger Anteil übernehmen könnte. Schon jetzt verfügen die Bremer über 17,39 Prozent an den Harzwasserwerken. Wenn dieser Anteil noch weiter steigt, wäre das aus Braunschweiger Sicht wiederum nicht gut für die Position Niedersachsens.

Sie bringen daher eine andere Variante ins Spiel und verlangen im Gegenteil sogar, dass der Braunschweiger Anteil erhöht werden könnte. Denkbar wäre es nach Ansicht der Christdemokraten auch, dass Niedersachsen „den Fehler von 1996 ausbügelt“, wie es in dem Brief an den Aufsichtsrat heißt, und wieder selbst bei den Harzwasserwerken einsteigt.

So äußern sich die Harzwasserwerke

Von den Beteiligten gibt es bislang keine offiziellen Auskünfte zu den Überlegungen. „Uns sind diese Gerüchte nicht bekannt“, teilte Norman Droste, Sprecher der Harzwasserwerke, auf HAZ-Anfrage mit. Man beteilige sich auch generell nicht an „Spekulationen jeglicher Art“. Welche Auswirkungen ein Wechsel in der Gesellschafterstruktur auf geplante Investitionen wie die Erweiterung und den Neubau von Talsperren haben könnte, teilte Droste nicht mit. „Wir schätzen die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit all unseren Gesellschaftern und freuen uns, auch zukünftig gemeinsam mit unseren Partnern an den Herausforderungen und Projekten der Harzwasserwerke und der Wasserwirtschaft zu arbeiten“, sagte er.

Die Beteiligungsstruktur begleite das Unternehmen seit der Privatisierung und bilde mit seiner Breite, insbesondere durch viele kommunale Versorger, „eine starke Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit und die sichere Trinkwasserversorgung von Niedersachsen und Bremen“. Wie die Stadtwerke Hildesheim die Überlegungen aus Braunschweig bewerten und ob sie sich eine Aufstockung ihres Anteils vorstellen können, wollte Unternehmenssprecher Sven Harmsen auf HAZ-Anfrage nicht sagen: „Wir äußern uns nicht zu diesen Spekulationen.“

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