Corona-Pandemie

Strengere Maskenpflicht in Hildesheim – aber niemand stellt Hinweis-Schilder auf

Hildesheim - In der Hildesheimer Fußgängerzone gilt seit Samstag Maskenpflicht – aber wer weist dort darauf hin? Stadt und Landkreis sehen sich nicht in der Pflicht. Anderswo im Landkreis wurde schnell reagiert.

Montagmorgen im Hohen Weg: Die meisten Hildesheimer setzen Masken auf. Foto: Katharina Brecht

Hildesheim - Es ist Montagmorgen, kurz vor 10 Uhr. In der Schuhstraße und im Hohen Weg herrscht reges Treiben. Menschen warten in den Bushaltestellen oder huschen in die Bäckerei, um sich noch etwas zum Frühstück zu besorgen. Und: Fast alle von ihnen tragen Masken.

Das ist seit Samstag Pflicht in der Fußgängerzone, nachdem am Freitag erstmals der kritische Wert von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen überschritten wurde. Doch einige Passanten tragen wiederum auch zwei Tage nach diesem Erlass keine Maske in der Innenstadt. Zwei ältere Herren, eine Frau auf dem Fahrrad und ein junger Mann mit Sporttasche zum Beispiel. Das war auch schon am Samstag so, als die HAZ sich zum ersten Mal in der Innenstadt umgeschaut hat. Haben sie noch nichts von der Verordnung gelesen? Ignorieren sie sie bewusst? Wissen sie nicht, in welchen Bereichen die Maskenpflicht gilt?




In der Verordnung des Landesgesundheitsamtes heißt es, dass die jeweiligen Städte und Kommunen festlegen sollen, an welchen Orten die Maskenpflicht gilt. In Hildesheim wurden alle Fußgängerzonen, alle Wochenmärkte sowie der Bahnhofsvorplatz und der ZOB definiert. Dort gilt die Maskenpflicht auch, wenn der Abstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann.

Am Samstag waren auf dem Marktplatz während des Wochenmarkts noch Hinweis-Plakate auf die Maskenpflicht aufgestellt – diese sorgten am Samstag allerdings für Irritationen. Denn sie wiesen nur auf die Maskenpflicht auf dem Marktplatz hin und enthielten keinen Hinweis, dass auch in der Fußgängerzone der Mundschutz aufgesetzt werden muss. Außerdem stehen die Schilder dort auch nur, wenn Wochenmarkt ist. An allen anderen Tagen fehlen Hinweise auf die Bereich, in denen die Maskenpflicht gilt.

Keine Schilder in Planung

Soll sich an dieser Lage noch etwas ändern? Von Seiten der Stadt ist zumindest bislang nichts in Planung. Deren Sprecher Helge Miethe verweist auf den Landkreis, der die Verordnung veröffentlicht hat und für den Infektionsschutz verantwortlich ist. Im Corona-Stab der Stadt sei bisher noch gar nicht über Schilder diskutiert worden. Möglicherweise wird das aber noch zum Thema.

Der Landkreis plant nicht, Schilder in der Stadt aufzuhängen. Für diese „Service-Leistung“ gebe es keine „rechtliche Verpflichtung der Städte und Gemeinden“, heißt es von der Presseabteilung des Landkreises. Zudem kritisiert der, dass auf dem Wochenmarkt-Schilder aufgestellt worden seien, die die Menschen in die Irre führen. Denn die Maskenpflicht beginnt schon vor dem Marktplatz: in der Fußgängerzone.

In einigen Kommunen gibt es wiederum ganz andere Vorgehensweisen als in der Stadt. So weisen in Alfeld bereits seit dem Wochenende Schilder auf die Maskenpflicht hin. Sie beziehen sich ebenfalls auf die Allgemeinverfügung des Landkreises Hildesheim und definieren die Orte, an denen Mundschutz getragen werden muss.

In Sarstedt wurden zudem auffällige rote Aufsteller platziert, die allerdings bislang nur auf die Maskenpflicht auf dem Wochenmarkt in der Fußgängerzone aufmerksam machen. Sie sollen laut der Stadt Sarstedt aber bald aktualisiert werden.

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