Kreis Hildesheim - Mehrere Baumärkte in Stadt und Landkreis Hildesheim haben am Wochenende bereits mit der Vergabe von Einkaufs-Terminen ab Montag begonnen – doch sie dürfen auch weiterhin keine Kunden hereinlassen. Das hat das Land Niedersachsen am Sonntag auf HAZ-Anfrage klargestellt: „Die Baumärkte bleiben geschlossen!“, betonte Anke Pörksen, Pressesprecherin der Staatskanzlei in Hannover. Die Betreiber dürfen demnach weiterhin nur angeschlossene Gartencenter öffnen.
In der Branche herrschte am Wochenende Konfusion. Verschiedene Unternehmen interpretierten die am Samstagabend veröffentlichte neue Corona-Verordnung unterschiedlich. So ging Hagebau für die insgesamt vier Märkte im Landkreis Hildesheim (Hildesheim-Ochtersum, Sarstedt, Gronau und Alfeld) davon aus, ab Montag Kunden nach Terminvereinbarung wieder in die Märkte lassen zu dürfen, und warb auch damit.
Obi und Poco planen nichts
Über die Hagebau-Homepage konnten Interessierte noch am Sonntagnachmittag halbstündige Termine buchen, die Anzahl der pro Zeitabschnitt zugelassenen Kunden sollte sich dabei nach der Marktgröße richten. Auch die Baumarkt-Kette Toom verkündete für ihren Markt in Alfeld, von Montag an sei das Einkaufen nach Terminvereinbarung wieder möglich. Die Kunden sollten von Montag an Termine machen können.
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Obi hingegen verwies darauf, dass sein Markt in Hildesheim nur für Gewerbetreibende geöffnet sei, Privatkunden dürften lediglich ins Gartencenter.
Einzelhändler vergeben Termine
Grundsätzlich zählen Baumärkte zum Einzelhandel, viele Betreiber gingen wohl deshalb davon aus, am Montag zumindest mit Terminshopping starten zu dürfen. Die Landesregierung hat sie aber nach eigenen Angaben von den ersten Öffnungen ausgenommen – und will beobachten, wie sich die benachbarten Bundesländer verhalten. Öffnen sie alle, dürfte Niedersachsen nachziehen.
Sonstige Einzelhändler dürfen hingegen in Stadt und Landkreis Hildesheim wieder öffnen – weil die Corona-Inzidenz hier deutlich unter dem Grenzwert von 100 liegt. Sie haben sich schon intensiv vorbereitet, bereits übers Wochenende viele Termine vergeben.
Keine weitere Lockerung bei 50
Doch anders als nach den Bund-Länder-Beratungen angekündigt, gibt es unterhalb einer Inzidenz von 50 nun doch keine zusätzlichen Lockerungen. ursprünglich hatte das Land angekündigt, in diesem Fall die Pflicht zur Terminvereinbarung im Einzelhandel aufzuheben und freies Einkaufen zu ermöglichen – geregelt lediglich durch eine maximale gleichzeitige Kundenzahl je nach Größe des Geschäfts. Mit einer Inzidenz von 52,9 kam der Landkreis Hildesheim dieser Marke am Sonntag nah wie noch nie in diesem Jahr.
Doch für den Einzelhandel würde ein Unterschreiten der 50er-Grenze nun doch nichts ändern, wie aus der Verordnung hervorgeht und wie die Landesregierung auf Nachfrage bestätigte. Auch unterhalb von 50 müssen Kunden vorab Termine vereinbaren. Dadurch will das Land offenbar einen „Einkaufstourismus“ in Landkreise mit niedrigen Inzidenzen verhindern.
Muss Ikea warten?
Heißt: Einwohner des Landkreises Peine, wo es wegen Inzidenzwerten über 100 keine Lockerungen im Einzelhandel gibt, können zwar in Hildesheim einkaufen – aber nur nach Terminvereinbarung. Das dürfte auch auf Bewohner der Region Hannover zutreffen. Die Region hatte sich anders als Peine bis Sonntagnachmittag noch nicht offiziell zur „Hochinzidenz-Kommune“ erklärt, der Schritt wird aber erwartet.
Dann dürften auch bei Kunden aus dem Kreis Hildesheim beliebte Märkte wie Ikea oder Porta keine Einkaufstermine anbieten. Ikea tat dies am Sonntag auch nicht, Porta „unter Vorbehalt der jeweiligen Länderbeschlüsse“ schon.
Tierparks bleiben zu
Der Zoo in Hannover kündigte unterdessen an, zumindest am Montag noch nicht zu öffnen. Das Wisentgehege in Springe geht davon aus, in der ganzen nächsten Woche noch nicht öffnen zu dürfen.
