Belegung ab Januar

Weitere Sammelunterkunft für Geflüchtete geplant: Stadt Hildesheim will ehemaliges Hotel anmieten

Hildesheim - Seit zwei Jahren steht das ehemalige Hotel Deutsches Haus in Hildesheims Innenstadt leer. Jetzt ist klar, wie es ab Anfang 2024 genutzt werden soll: Die Stadt mietet die Immobilie, um Geflüchtete unterzubringen.

Das ehemalige Hotel Deutsches Haus in Hildesheim steht seit zwei Jahren leer, jetzt mietet die Stadt die Immobilie, um es als Sammelunterkunft für Geflüchtete zu nutzen. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Die Ankündigung, an drei Standorten Containerdörfer als Unterkünfte für Geflüchtete errichten zu wollen, liegt erst wenige Tage zurück, da teilt die Hildesheimer Stadtverwaltung mit: Das ehemalige Hotel Deutsches Haus gegenüber der Arneken Galerie soll ebenfalls zu einer Sammelunterkunft werden. Die Stadt will die Immobilie zunächst für fünf Jahre von den Eigentümern mieten – es gibt die Option, die Nutzung noch zu verlängern. Oberbürgermeister Ingo Meyer hat am Montagabend die Stadtratsmitglieder über den Plan informiert, zuvor hatte der Verwaltungsausschuss dem Vorhaben zugestimmt.

14 Asylbewerberinnen und -bewerber pro Woche

Die Verwaltung begründet die Anmietung der Immobilie mit der anhaltend hohen Zahl Geflüchteter bei gleichzeitiger Auslastung der bestehenden Sammelunterkünfte. Aktuell schickt die Landesaufnahmebehörde jede Woche 14 Asylbewerberinnen und -bewerber in die Stadt Hildesheim. Die Stadt hat derzeit 1260 Geflüchtete in ihren Unterkünften untergebracht, davon leben 691 Menschen in Gemeinschaftsunterkünften, 569 in dezentralen Wohnungen.

Das frühere Hotel Deutsches Haus gehört einem Unternehmen aus der Meri Boarding Group aus Stuttgart, die in Baden-Württemberg mehrere Immobilien besitzt, in denen sogenannte Boardinghäuser eingerichtet sind. Kunden sind meist Firmen, die für Mitarbeiter temporär Wohnungen anmieten, die nur für einige Wochen oder Monate eine Unterkunft benötigen – als Übergangslösung, bis sie eine eigene Wohnung gefunden haben, oder weil sie ohnehin nur zeitweise in der jeweiligen Region arbeiten.

Bis zu 216 Personen in Ein- und Zwei-Zimmer-Appartements

Auch aus dem Hildesheimer Gebäude, das seit 1975 an diesem Standort als Hotel genutzt wurde, sollte nach den ursprünglichen Plänen der Geschäftsführung nach dem Kauf vor zwei Jahren solch eine Unterkunft mit zahlreichen Mietwohnungen werden. Die Sanierung zieht sich seitdem hin, bislang wohnt niemand in der Immobilie. Aus Sicht der Stadt ein Glücksfall, denn angesichts der anhaltend hohen Zahl Geflüchteter, die nach Hildesheim kommen, braucht sie weitere Gebäude, um alle Asylsuchenden unterbringen zu können. Nach langwierigen Verhandlungen hat sich die Stadt schließlich vor Kurzem mit den Eigentümern des ehemaligen Hotels auf einen Vertrag geeinigt.

In der Unterkunft können auf sieben Etagen bis zu 216 Menschen in abgeschlossenen Wohneinheiten leben, mit der Belegung will die Stadt voraussichtlich Anfang Februar 2024 beginnen. Nach Angaben des Sozialdezernenten Malte Spitzer ist die Verwaltung bemüht, dort hauptsächlich Familien und Frauen einzuquartieren. Zur Verfügung stehen 56 Ein-Zimmer-Appartements für je drei Personen, sowie zwölf Zwei-Zimmer-Appartements, die mit vier Personen belegt werden sollen.

Informationsveranstaltungen geplant

Vorgesehen ist eine sozialpädagogische Betreuung der Asylsuchenden durch Fachpersonal, außerdem soll es Angebote und eine Hausaufgabenhilfe für Kinder und Jugendliche geben. Im Eingangsbereich wird nach Angaben der Stadt ein Concierge Ansprechpartner sein, zudem ist geplant, in Abend- und Nachtzeiten sowie am Wochenende einen Sicherheitsdienst in der Unterkunft einzusetzen. Eine enge Kooperation ist mit dem in der Arneken Galerie beheimateten Beratungs- und Begegnungszentrum Hi.punkt geplant.

Rechtzeitig vor der Inbetriebnahme will die Stadt bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung Bürgerinnen und Bürgern ausführlich Auskunft geben und Fragen zur neuen Sammelunterkunft beantworten.

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