Marienburger Höhe

Zu klotzig, zu autofixiert: Hildesheimer Verkehrsclub kritisiert Umbau-Pläne für den Marienburger Platz

Hildesheim - Zu groß, zu autofixiert: So lautet zusammengefasst die Kritik des Verkehrsclubs Hildesheim zu den bisherigen Bauplänen. Welche Ideen der VCD für den Marienburger Platz hat.

Es geht immer nur um Autos: Für den Umbau des Marienburger Ladenzentrums setzt der VCD Hildesheim auf alternative Ideen. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Wie soll es mit den Plänen für eine Neugestaltung des Marienburger Platzes mitsamt seines bisherigen Einkaufszentrums weitergehen? Jedenfalls nicht so, wie es in der Vergangenheit seitens der bisherigen Investoren vorgestellt worden ist. Das meint jedenfalls der Verkehrsclub Hildesheim ( VCD), dessen Vorstand nun im Oktober ein aktualisiertes Gegenkonzept vorlegt und damit wieder Fahrt in ein Thema bringt, das seit mehr als einem Jahr eingeschlafen zu sein scheint.

Das liegt unter anderem auch daran, das zwischenzeitlich mit Jens Segler von der Peiner Firma bauplan einer der beiden Investoren ausgestiegen ist. Nun ist Jan-Christopher Vogt von der Firma part AG aus Bad Gandersheim alleiniger Partner der Stadt Hildesheim bei diesem millionenschweren Projekt. Das steht zudem auch aus einer ganz anderen Perspektive im Fokus der städtebaulichen Planung. Denn Politik und Verwaltung haben längst entschieden, dass der sogenannte Hildesheimer Süden – also vor allem die Ortsteile Itzum und Marienburger Höhe – zu einem Zentrum der Mobilitätsplanung in Hildesheim werden soll. Der Marienburger Platz liegt gewissermaßen mittendrin.

Dass der zuletzt vor knapp 25 Jahren neu beplante und dann umgebaute Marienburger Platz längst nicht mehr zeitgemäß ist, darin sind sich alle Seiten einig. Auch Stefanie Lork und Doris Schupp aus dem VCD-Vorstand erklären, dass sie „die allgemeinen Ziele und Zwecke der Planung“ begrüßen. Eine „bauliche Verdichtung“ hier mit Flächen und Gebäuden für Einkaufen und Wohnen sei zu begrüßen.

Doch zu den bisher vorgestellten Plänen äußern sie sich kritisch. Sie befürchten, dass der Ortsteil Marienburger Höhe keinen echten, neuen Mittelpunkt mit dem neuen Platz bekomme. Der soll von seinem bisherigen Standort gegenüber dem Eingang zur Uni-Bibliothek um einige zig Meter in Richtung Treuburger Straße verlegt werden – quasi in einen Durchgang zwischen zwei der insgesamt vier mehrgeschossigen Gebäudetrakte. Er würde dann direkt auf den Vorplatz der neuen Uni-Mensa münden.

Laut Bauplänen sei der zwar flächenmäßig größer als der bisherige, räumen die beiden Frauen ein, da er aber gewissermaßen im Gebäudeschatten zweier Gebäude liegt, sei er auch unattraktiv für die Menschen. Das Areal biete kein „Wohlfühlambiente“. Der VCD schlägt nun vor, den Zugang zu dem Durchlass von der Marienburger Straße aus auszuweiten und möglichst auf Treppen zu verzichten, um den Höhenunterschied zu überwinden.

Dafür könne man auch die Geschosshöhen und Längen verkleinern, ergänzen sie ihren Vorschlag. Zudem wollen sie erreichen, dass die Treuburger Straße autofrei wird und auch der Lieferverkehr für den neuen Supermarkt seitlich von der Marienburger Straße her anfahren soll.

Zu „autofixiert“

Der bisherige Vorschlag sei „autofixiert“, es fehle ein Verkehrskonzept, das auf eine „Nahmobilität“ setzt. Fuß- und Radverkehr müssten Vorrang bekommen, eine nahe gelegene Mobilitätsstation könne es Anwohnern erleichtern, zum Beispiel über Car-Sharing größere Einkäufe zu bewerkstelligen. Ideal wäre ein neuer städtebaulicher Wettbewerb zur Neuordnung des gesamten Stadtteils, fordern Schupp und Lork.

Mit den Plänen und auch den neuen Vorschlägen werden sich in Kürze zwei städtische Gremien näher befassen und die bisher ruhende Diskussion wieder aufgreifen: Am Dienstag, 21. November, trifft sich der Ortsrat Marienburger Höhe um 19 Uhr in der Mensa der Oskar-Schindler-Gesamtschule in öffentlicher Sitzung und am Mittwoch, 6. Dezember, wird das Thema auf der Tagesordnungs des Ausschusses zur Stadtentwicklung stehen. Der beginnt seine Sitzung im Rathaus um 17.30 Uhr. Es könnten zwei längere Sitzungen werden.

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