Hildesheim - Der geplante Umbau des Marienburger Platzes durch eine Investorengemeinschaft hat bereits nach Vorstellung der Pläne zu heftiger Kritik geführt. Wie berichtet planen dort Jens Segler von der Firma bauplan Peine und Jan-Christopher Vogt von der Investorengemeinschaft part AG einen Neubau mit Geschäftszeile, Tiefgarage und Büros sowie Wohnungen, die unter anderem an Studierende vermietet werden sollen.
Im Oktober 2022 hat der Hildesheimer Ortsverband des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) dazu eine eigene Stellungnahme vorgelegt. Nun reicht der VCD eine Ergänzung nach, die er auch an den Ortsrat Marienburger Höhe/Galgenberg weitergeleitet hat. Darin geht es neben Vorschlägen zum Bauvorhaben selbst auch um Ideen für die Verkehrsanbindung.
Neubau, um Bedarf zu befriedigen
Grundsätzlich werde aber das Ziel begrüßt, durch einen Neubau an der Stelle den Stadtteil aufzuwerten, betont auch VCD-Kreisverbandsvorsitzende Doris Schupp. „Eine bauliche Verdichtung an dieser Stelle kann sinnvoll sein, um die im Stadtteil vorhandene Bedarfe zu befriedigen und dadurch das innerstädtische Verkehrsaufkommen und den Flächenverbrauch in Stadtrandbereichen zu reduzieren“, heißt es in der Vorlage.
Ein neues städtebauliches Zentrum also. Doch mit der Ausführungsplanung ist der VCD nicht zufrieden, den zum einen die Massivität der neuen Gebäudeblöcke stört, aber auch, wie der Verkehr zum Baukomplex erschlossen werden soll. Auch fehle eine schlüssige Anbindung an das Mobilitätskonzept für den Hildesheimer Süden, das derzeit von der Stadt Hildesheim entwickelt werde.
Baulich würden die hohen Gebäude klotzig abwehrend wirken „wie eine uneinnehmbare Burg“. Das Ziel, den Hochschulcampus auch optisch mit dem Stadtteil zu verbinden, „kann durch einen solchen ’Klotz’ nicht hergestellt werden“, heißt es weiter in dem Papier.
Zusammen mit der mehrspurigen Marienburger Straße verstärke das die bereits bestehende Zweiteilung des Stadtteils. Daher schlägt der VCD-Kreisverband vor, einen städtebaulicher Wettbewerb auszuschreiben, der die „Nahmobilität in den Vordergrund stellt“, also die Nutzung durch Fußgänger und Radfahrer. Es gebe in der Planung viel Fläche für Autoparkplätze sowie verschiedene Zufahrten, aber wenige Fahrradstellplätze. Auch die Idee einer Mobilitätsstation werde nicht umgesetzt.
Fehlende Mobilitätsstation
Auch die Idee, den Marienburger Platz als Stadtteilzentrum zu gestalten, schlage fehl. „Es fehlt Grün. Der Wochenmarkt wird, auf der Nordseite eines 5-stöckigen Gebäudes, viel zu schattig, um sich hier wohlzufühlen“, heißt es im Text.
Für die Marienburger Straße schlägt der VCD eine „breite und lange, begrünte Mittelinsel wie an der Steingrube vor, um ein sicheres und direktes Queren auf der gesamten Länge zwischen Stralsunder Straße und Treuburger Straße zu ermöglichen“.
Bürgerbeteiligung
Der Zeitpunkt für die Kritik des VCD passt in die derzeit laufende Phase der Bauleitplanung, in der die Bürgerbeteiligung eine Rolle spielt. Zuletzt hat es dazu im September im Audimax der Universität eine entsprechende Veranstaltung gegeben, bei der die Investoren ihre Pläne erörtert hatten.
Auch die Anbindung des Stadtteils an das Verkehrsnetz der Stadt hat eine lange Vorgeschichte, bei der es unter anderem um eine Schnellverbindung zwischen Uni und Bahnhof für Radfahrer geht. Doch hier zeichnet sich zunächst keine absehbare Lösung ab, zumal damit auch hohe Kosten verbunden sind, gab Stadtbaurätin Andrea Döhring immer wieder zu verstehen.
Weitere Vorhaben
Hinzu kommt eine neue Diskussion, die die weitere Verkehrssituation mit Blick auf eine mögliche Bebauung des Wasserkamps kritisch bewertet. Und noch längst nicht sind dabei die weiteren Ausbaupläne der Uni in Richtung Kleingartenanlage sowie am Samuelson-Campus mit einbezogen, die eine erhebliche Ausweitung des dortigen Hochschulbetriebs zur Folge hätten.


