Hildesheim - Unbekannte Täter sind über das Wochenende in den früheren Hildesheimer Real-Markt am Cheruskerring eingebrochen und haben dort und im angeschlossenen Reisebüro zum Teil massive Verwüstungen angerichtet. „Das war kein klassischer Einbruch“, sagte Polizeisprecherin Kristin Möller am Montagmittag auf HAZ-Anfrage. „Es wurde zwar auch etwas gestohlen, aber darüber hinaus müssen die Täter über längere Zeit in dem Gebäude randaliert haben.“ Sie geht von einem Sachschaden in fünfstelliger Höhe aus. Besonders betroffen ist das Reisebüro RT-Touristik von Funda Tasar – denn das ist, anders als der Real-Markt selbst – nach wie vor geöffnet.
Rückschlag für Reisebüro
Entsprechend fassungslos reagierte Tasar, als sie am Montagmorgen von einer Mitarbeiterin von der Attacke auf ihr Büro erfuhr, in dem die Täter offenbar noch stärker als im Real-Markt selbst ihrer Zerstörungswut freien Lauf ließen. Bildschirme, Regalbretter, Prospekte und vieles andere lag einfach auf dem Boden verstreut, Türen waren herausgerissen, ein Drucker zerschlagen, ganze Regale komplett ausgeräumt, Vasen zertrümmert. Unter anderem ein großer Plasma-Fernseher, den Tasar erst im Vorjahr für Präsentationen angeschafft hatte, ist gestohlen.
Für die Betreiberin des Reisebüros ist der Einbruch der nächste schwere Rückschlag. Wie die gesamte Branche litt sie massiv unter den Einschränkungen des Tourismus in der Corona-Pandemie, zuletzt schlug sich das Chaos an vielen deutschen Flughäfen negativ nieder. Obendrein hat die unerwartete Schließung des Real-Marktes das auch von der Laufkundschaft lebende Reisebüro weiter getroffen. Ob und wie lange das Unternehmen noch am Standort bleiben darf, ist ungewiss, Rechtsstreits drohen.
Tatzeit sehr ungewiss
Den Betrieb kann Tasar allerdings fortführen – wenn auch zunächst nicht im Reisebüro selbst: „Wir können über Laptops und Rufumleitung von zu Hause aus arbeiten und sind telefonisch erreichbar“, berichtet sie.
Die Polizei erfasst unterdessen den Schaden und fahndet nach den Tätern. Das erweist sich allerdings zunächst als schwierig. Die Ermittler können die Tatzeit bislang kaum eingrenzen – sondern nur sagen, dass der Einbruch sich in der Zeit von Freitag, 16.30 Uhr, bis Montagmorgen, 7 Uhr, ereignet haben muss. Nach HAZ-Informationen muss es den Tätern gelungen sein, die Alarmanlage außer Gefecht zu setzen. Dazu wollte sich die Polizei am Montag ebenso wenig äußern wie zu der Frage, von wo aus die Unbekannten überhaupt ins Gebäude gelangt sind.
Mit Feuerlöscher randaliert
Sicher ist, dass sie drinnen mit mindestens einem Gabelstapler umherfuhren, diesen auch gegen Wände und verbliebene Einrichtungsgegenstände lenkten und das Gerät möglicherweise auch dazu benutzten, das Rolltor zum Reisebüro zu öffnen. RT-Touristik hat als einziger bei Real verbliebener Untermieter einen solchen Zugang vom Markt aus.
Im alten Real-Markt selber richtete sich die Zerstörungswut der Einbrecher vor allem gegen den Bürotrakt, wo sie ähnlich massiv randalierten wie im Reisebüro und auch technische Geräte und Bargeld stahlen. Zusätzlich sprühten sie mit Feuerlöschern im Gebäude herum.
Zeugen gesucht
Die Tatortgruppe der Hildesheimer Polizei war am Montagmorgen im alten Real-Markt unterwegs, sie übergibt nun ihre Erkenntnisse den Ermittlern des 2. Fachkommissariats. Diese hoffen trotz des aktuell noch schwer definierbaren Tatzeitraums und der Tatsache, dass die Real-Immobilie relativ weit entfernt von den nächsten Wohngebäuden steht, auch auf Hinweise aus der Bevölkerung. Wer etwas beobachtet hat, erreicht die Polizei unter 05121/939-112.


