Kreis Hildesheim - Im Landkreis Hildesheim gilt von Freitag an die Corona-Notbremse. Eine der Auswirkungen: In den Kitas herrscht nur noch Notbetreuung, Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen müssen komplett zu Hause lernen – wenn sie nicht zu Abschlussklassen gehören. Nur Grund- und Förderschulen bleiben im Wechselmodell. Doch wie sind eigentlich die Auswirkungen, wenn Schüler, Lehrer, Kita-Kinder oder Erzieherinnen positiv getestet werden? Wie oft kommt es zu Ansteckungen, wie viele Kontaktpersonen müssen in Quarantäne?
Die HAZ hat die Daten des Landkreises Hildesheim zu Corona-Fällen in Schulen und Kitas seit Anfang Februar ausgewertet. Dabei bestätigte sich, was die Leiterin des Kreis-Gesundheitsamtes, Dr. Katharina Hüppe, bereits mehrfach betont hatte: Schulen sind, zumindest in Stadt und Landkreis Hildesheim, keine Infektionsherde.
Seit Anfang Februar wurden 53 Schüler und fünf Lehrkräfte im Landkreis positiv auf das Coronavirus getestet, insgesamt gab es also 58 Fälle. In nur fünf dieser Fälle, also in weniger als jedem elften, steckten sich auch Kontaktpersonen der Betroffenen in der Schule an. Elf Schülerinnen und Schüler sowie fünf Lehrkräfte erwischte es dabei insgesamt. 213 Schülerinnen und Schüler mussten in diesen drei Monaten als Kontaktpersonen der ersten Kategorie in Quarantäne, zudem 23 Lehrkräfte.
Folgen in Kitas größer
In den Kindertagesstätten stellte sich das Infektionsgeschehen deutlich anders dar. Zwar gab es im gleichen Zeitraum weniger Corona-Fälle bei Erzieherinnen und Kita-Kindern als in den Schulen, nämlich 40. Doch die hatten deutlich größere Auswirkungen auf die betroffenen Gruppen und Einrichtungen. In 14 Fällen gab es Folge-Infektionen in den betroffenen Kita, also in jedem dritten Fall. Nicht umsonst gehörten Erzieherinnen im Vorjahr zu den am häufigsten von Corona-Infektionen betroffenen Berufsgruppen.
Zudem mussten im Verhältnis deutlich mehr Kontaktpersonen in Quarantäne als bei den Schul-Fällen. Insgesamt ordnete das Gesundheitsamt des Landkreises seit Anfang Februar für 413 Kita-Kinder und 109 Erzieherinnen eine häusliche Isolation an, nachdem sie als Kontaktpersonen von Corona-Infizierten Jungen und Mädchen oder Kita-Beschäftigten identifiziert wurden.
Der große Unterschied
Der entscheidende Unterschied zwischen Schulen und Kitas: In den Schulen lernen die Kinder und Jugendlichen in geteilten Gruppen, können mehr Abstand halten und tragen meist Masken. Zudem werden die Unterrichtsräume in aller Regel nach festen Zeitvorgaben intensiv gelüftet. Kita-Kinder hingegen tragen keine Masken, auch Abstände sind dort kein Thema. Und auch die meisten Erzieherinnen arbeiten ohne Mund-Nasen-Schutz, um den kleinen Kindern, die sie auch mal auf den Schoß oder auf den Arm nehmen und mit denen sie spielen, ohne jedes Hemmnis zu begegnen. Geregelt ist nur, dass sich die unterschiedlichen Gruppen einer Kita nicht durchmischen sollen.
Inzwischen haben fast alle Kita- und Grundschul-Beschäftigten in Stadt und Landkreis Hildesheim ihre erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Je nachdem, wie lange diese zurückliegt, reduziert diese aktuellen Studien zufolge die Ansteckungsgefahr bereits um knapp zwei Drittel.
