Hildesheim - Die Jazztime erreicht auch „Leute, die sonst keinen Jazz hören“. Davon ist Achim Mennecke, Vorsitzender des Cyclus 66, überzeugt. „Das ist ein Familienfest“, bestätigt Co-Organisator Waldemar Lorenz. Klar, Bier und Bratwurst, Hüpfburg und Kinderschminken ziehen bei gutem Wetter. 15000 Menschen zählten die Veranstalter letztes Jahr. Vermutlich nicht nur eingefleischte Jazz-Fans. Wie wollen die Veranstalter also in diesem Jahr wieder die Masse begeistern?
Hohe Qualität, niederschwelliger Zugang: Diese Kombination soll wie in den Vorjahren die Menschen für Musik abseits des Mainstream begeistern. Zehn Bands haben die Jazz-Fans aus der Bischofsmühle für das kostenlose Open-Air gebucht. Drei Auftritte empfehlen den Jazztime-Chefs sowohl Liebhabern als auch Neugierigen.
Frühshoppen mit den schwedischen Dixie Chicks
„Ich bin fest überzeugt, dass das Publikum die abfeiern wird“, wagt Mennecke eine Prognose. Dass Baskery dieses Jahr zur Jazztime kommen freut ihn. „Ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben.“ Denn die drei Schwestern aus Schweden sind viel unterwegs. Nach Deutschland führen ihre Tourneen jedoch selten. Ihr Americana-Sound ist vor allem in Amerika gefragt. Jetzt hat sich die Möglichkeit geboten. Mennecke traut dem Country-Trio zu, den Platz von Anfang an voll zu kriegen. „Die haben eine unheimliche Energie“, schwärmt er. Seinen Vorstandsvize Lorenz erinnert die Gruppe an die Dixie Chicks. „Das ist ein Highlight, um früh zu kommen.“ Baskery spielen am Samstag, 18. Mai, direkt um 14 Uhr.
Die Band hat auch Eric Clapton und Till Seidel überzeugt
The Bluesanovas beschließen den ersten Open-Air-Tag vor dem Stadttheater. Die Bischofsmühle hatte das Quintett schon ausverkauft. „Die sind gefragt“, bestätigt Mennecke. Sogar von Eric Clapton. Denn Mr. Slowhand durften The Bluesanovas vor zwei Jahren auf seiner Deutschland-Tour begleiten. Die Gruppe selbst ist auch gut beschäftigt. Allein für dieses Jahr stehen schon 120 Konzerte im Plan.
The Bluesanovas haben sich eine riesige Fangemeinschaft erspielt, weit über die Blues-Szene hinaus. Das liege an ihrem lebendigen Auftritt und der Musik, meint Mennecke: Blues, vergleichbar mit B.B. & The Blues Shacks aber mit weniger Soul. Mit Till Seidel steht mittlerweile auch Hildesheims Blueser Nr. 1 an der Gitarre.
Saxofon-Star kehrt zurück
Jakob Manz braucht sich in Hildesheim nicht mehr vorstellen. Im Vorjahr stand er noch auf der Bühne des Stadttheaters. Als Hi-Five-Jazz-Award-Träger gehörte dem Jakob Manz Projekt einer der Gala-Abende des Festivals. Der „Saxofon-Star“, wie Lorenz ihn angekündigt hat, stand sogar an beiden Abenden auf der Bühne. Max Mutzke holte ihn für einige Stücke in sein Programm.
Lorenz erinnert sich noch gut daran – und daran, dass die Technik-Crew den Musiker ständig suchen musste. Denn Manz trieb sich fast die ganze Zeit vor dem Theater herum. Die Atmosphäre, das Flair und das Publikum haben ihn so sehr begeistert, dass er fragte, ob er nächstes Mal auch draußen spielen dürfte. „Das ist kein verkopfter Jazz“, verspricht Mennecke, „sondern ein eingängiger Sound.“
Erste Gala ausverkauft, zweiter Abend kaum gefragt
Das Gala-Konzert im Stadttheater mit Rebekka Bakken ist zwar ausverkauft, der Abend am Sonntag hingegen stößt noch auf geringes Interesse. „Wir sind enttäuscht“, gibt Mennecke zu. Dieses Jahr gestalten das Rainer Böhm Sextett und das Rebecca Trescher Tentett den Abend und wie in den Vorjahren hat eine Jury mit unter anderem Moderator Götz Alsmann und Fietsche Felsch aus der NDR-Bigband die Gruppen ausgewählt. „Man kann uns schon vertrauen“, wirbt Jury-Mitglied Mennecke.
Alle Open-Air-Konzerte der Jazztime sind wie immer kostenlos. Für die Gala-Abende gibt es Karten auf www.reservix.de. Das Konzert von Rebecca Bakken ist ausverkauft. Der Vorverkauf für den Sonntag läuft noch.



