Ausbreitung des Coronavirus

Hildesheims Inzidenz fällt unter 20, doppelte Lockerungen fast sicher

Kreis Hildesheim - Das Robert-Koch-Institut gibt den Kennwert am Samstag mit 18,1 an. Sehr wahrscheinlich kommen nächste Woche gleich zwei große Lockerungsschritte.

Die Zahl der positiven Corona-Tests im Landkreis Hildesheim geht weiter massiv zurück. Foto: Werner Kaiser

Kreis Hildesheim - Die Sieben-Tage-Inzidenz für Neuinfektionen mit dem Coronavirus im Landkreis Hildesheim ist auch am Samstag auf einen neuen Tiefstwert gefallen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Morgen einen Wert von 18,1, am Freitag waren es noch 22,8. Damit liegt die Inzidenz am vierten Werktag in Folge unter 35 und ist dabei kontinuierlich gefallen. Damit dürfte es nächste Woche zu zwei großen Lockerungsschritten binnen weniger Tage kommen.

So läuft das Lockern

Am Montag tritt eine neue Landes-Verordnung in Kraft, die im Lauf des Samstags veröffentlicht werden soll und auf dem bekannten Stufenplan des Landes basiert. Sie ermöglicht Lockerungen in mehreren Stufen auf Basis der Inzidenzwerte. Voraussichtlich direkt am Montag dürften im Kreis Hildesheim die Lockerungen in Kraft treten, die bei einer dauerhaften Inzidenz unter 50 vorgesehen sind – die Bedingungen hierfür sind bereits seit Mittwoch erfüllt. Die Landesregierung will ihre Verordnung so gestalten, dass die betreffenden Landkreise die Öffnungen direkt am Montag ermöglichen können. Sicher ist das bei den Schulen und Kitas. Dort herrscht ab Montag grundsätzlich wieder Szenario A mit vollen Klassen, auch wenn einige Schulen den Neustart aus organisatorischen Gründen um ein paar Tage verschieben wollen.

Doch hinzu kommt: Liegt die Inzidenz wie zu erwarten auch am Montag unter 35, wären auch dabei bereits fünf Werktage am Stück erreicht. Zum nächsten Mittwoch könnten dann noch sehr viel weitreichendere Öffnungsschritte greifen. Zum Beispiel für Familienfeiern, Gastronomie, Einzelhandel, Veranstaltungen, Sport, Bars und Discotheken. Unter anderem würde die Schnelltest-Pflicht nach dem Einzelhandel auch in vielen weiteren Bereichen wegfallen, wenn das Land seinen Stufenplan umsetzt. Auch hier gilt es, die endgültige Verordnung abzuwarten.

Leichter Anstieg in Hannover

Auch bundesweit gingen die Inzidenzwerte am Samstag weiter zurück. Der nationale Mittelwert fiel von 39,8 auf 37,5. Der niedersächsische Durchschnittswert sank von 25,6 auf 24,8.

In der Region Hannover stieg die Inzidenz am Samstag wieder etwas an, von 29,5 auf 32,3. Dennoch wurde der fünfte Werktag unter 50 sicher erreicht – mit Folgen auch für Menschen aus Stadt und Landkreis Hildesheim ab Montag.

Tiefstand in Peine

Im Landkreis Peine stürzte die Inzidenz von 32,6 auf 23,0 ab. Es ist der vierte Werktag unter 50 und der zweite unter 35. Erste Lockerungen für Schulen und andere Bereiche sind dort also frühestens am nächsten Mittwoch möglich, weitergehende am Freitag. Im Kreis Wolfenbüttel fiel die Inzidenz von 35,9 auf 27,6. Auch dies war der vierte Werktag unter 50, aber erst der erste unter 35. In Salzgitter stieg die Inzidenz wieder von 36,4 auf 44,1, drei Werktage unter 50 sind dort bisher zusammengekommen.

Und Hildesheims weitere Nachbarn? Das neue Sorgenkind Holzminden verzeichnete einen Rückgang von 63,9 auf 59,0, Lockerungen werden frühestens in der übernächsten Woche möglich. Der Fall zeigt auch, dass es trotz des allgemeinen Rückgangs der Fallzahlen lokal immer wieder negative Ausreißer geben kann.

Weniger Kreise unter 10, aber nur noch zwei über 100

Fast alle anderen Nachbarn meldeten Rückgänge. In Hameln-Pyrmont fiel die Inzidenz noch einmal von 17,5 auf 14,8 und damit am dritten Werktag unter 35. Das dürfte nächste Woche zu weiteren Erleichterungen im Rastiland führen. Goslar verzeichnete einen Rückgang von 27,1 auf 21,3. In Northeim fiel der Kennwert von 43,8 auf 35,5.

Die bundesweit niedrigste Inzidenz hat weiter die bayerische Stadt Weiden in der Oberpfalz mit 2,3. In Niedersachsen steht Cuxhaven mit dem neuen Tiefstand von 5,0 am besten da, Friesland und Uelzen liegen hingegen wieder knapp oberhalb der Marke von 10,0. Liegt die Inzidenz dauerhaft darunter, sieht der Stufenplan des Landes keinerlei Beschränkungen mehr vor. Bundesweit ging die Zahl der Landkreise unter 10,0 trotz des allgemeinen Absinkens der Inzidenz wieder zurück, es sind nur noch sieben. Andererseits liegen nur noch zwei der mehr als 400 deutschen Landkreise über 100: Memmingen in Bayern (117,9) und Hildburghausen in Thüringen (102,9). Am Vortag waren es noch sechs. Was den Trend bestätigt, dass es derzeit vor allem in Regionen mit noch relativ hohen Inzidenzen massive Rückgänge gibt.

Den besten Mittelwert aller Bundesländer hat weiter Mecklenburg-Vorpommern (17,9), den schlechtesten weiterhin Thüringen mit noch 51,0.

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