Corona-Pandemie

Kreis bestätigt erneute Datenpanne: Hildesheimer Inzidenz zu niedrig berechnet

Hildesheim - Das Landesgesundheitsamt weist für den Kreis Hildesheim am Donnerstag eine Inzidenz von 57,3 aus – hat inzwischen aber bestätigt, dass dieser Wert zu niedrig berechnet ist. Mit der Statistik vom Freitag soll er wieder stimmen.

Das Landesgesundheitsamt hat am Donnerstag die Sieben-Tage-Inzidenz für den Kreis Hildesheim gemeldet – erneut kam es bei der Übertragung der Zahlen allerdings zu einer Panne. Foto: Werner Kaiser

Hildesheim - Das Landesgesundheitsamt weist für den Kreis Hildesheim am Donnerstag eine Sieben-Tage-Inzidenz von 57,3 aus. Damit wäre die Inzidenz im Vergleich zum Vortag (97,2) um 39,9 Punkte gesunken. Allerdings hat das Landesgesundheitsamt auf HAZ-Nachfrage bereits bestätigt, dass es sich um eine erneute Datenpanne handelt.

„Beim Landkreis Hildesheim kam es zu einem Update der Melde-Softwaren, dadurch ist es vermutlich zu Fehlern bei der Übertragung der Corona-Zahlen gekommen“, sagt Holger Scharlach, Pressesprecher des Landesgesundheitsamt. Offenbar seien Fälle falsch klassifiziert worden und deshalb aus der Statistik rausgefallen.

Landkreis bestätigt Panne bei Software-Update

Diese Information bestätigte am Mittag auch der Landkreis Hildesheim. „Nun wird ein erneutes Update durchgeführt und wenn dies erfolgreich installiert ist, werden die Fälle nochmals vom Gesundheitsamt übermittelt“, erklärt Kreissprecherin Birgit Wilken.



Wie lange das dauert, dazu machte Wilken keine Angaben, fügte aber noch ein wichtiges Detail an: „Zu einer Doppelerfassung von Fällen kann dies nicht führen, da jeder Fall eine eigene ID hat und somit nur einmal gezählt werden kann.“ Das Landesgesundheitsamt prüfe derzeit, ob nachträglich der fehlerhafte Inzidenzwert korrigiert werden kann.

Bleibt 57,3 die offizielle Inzidenz?

Das Landesgesundheitsamt meldet bisher am Donnerstag für den Landkreis Hildesheim minus 96 neue Corona-Fälle. „Man kann aber jetzt nicht einfach sagen, dass man das Minus in ein Plus tauschen muss und dann stimmt’s wieder“, erklärt Scharlach, „das wäre nicht korrekt.“

Berechnet man den Inzidenzwert aufgrund der sechs vorliegenden, vom Landesgesundheitsamt gemeldeten täglichen Neuinfektionszahlen aus den vergangenen Tagen und der 49 für heute vom Landkreis Hildesheim gemeldeten Fälle, so kommt man weiter auf einen 7-Tages Inzidenzwert von weniger als 100. Er liegt bei 98,9. Die für den Inzidenzwert allein ausschlaggebenden Landeszahlen weichen aber häufig leicht von den Hildesheimer Zahlen ab, unter anderem wegen anderer Zählweisen und Meldezeitpunkte. Das könnte hier spürbare Folgen haben: Hätte das Land, das am Karfreitag die Zahlen nachmelden will, nur vier Fälle mehr registriert als das Kreisgesundheitsamt, läge der Wert für den Landkreis Hildesheim bereits wieder über der 100-er-Grenze: bei 100,3.

Datenpanne schon in der vergangenen Woche

Bereits in der vergangenen Woche hatte es eine Datenpanne bei der Übertragung der Coronazahlen ans Landesgesundheitsamt gegeben. Damals hatte das Landesgesundheitsamt keine neuen Fälle aus Hildesheim in die Statistik einberechnet, die Inzidenz sank offiziell spürbar auf 77,2 – obwohl sie, hätte man die Fälle dazugerechnet, die der Landkreis Hildesheim in seiner eigenen Meldung genannt hatte, auf über 100 gestiegen wäre. Ob 57,3 am Donnerstag die offizielle Inzidenz für den Landkreis Hildesheim bleibt oder das Landesgesundheitsamt sie noch korrigiert, wird, wie oben beschrieben geprüft und dürfte sich im Laufe des Tages herausstellen.

Blick aufs Land und die Nachbarn

Landesweit sank die Inzidenz von 119,0 am Mittwoch auf 117,4 am Donnerstag, auch da wird allerdings die Übertragungspanne des Landkreises Hildesheim eine Rolle spielen. In der Region Hannover stieg der Wert im Vergleich zum Vortag leicht von 145,4 auf 146,8, liegt damit allerdings am zweiten Tag in Folge unter dem Grenzwert von 150. Das hat zunächst aber keine weiteren Auswirkungen. Für 1,1 Millionen Menschen in der Region Hannover beginnt am Donnerstagabend die Ausgangssperre.

Leicht gesunken im Vergleich zum Vortag sind die Inzidenzen im Kreis Peine von 177,3 auf 175,1 und in Salzgitter von 280,9 am Donnerstag auf 277,1. Damit hat Salzgitter allerdings noch immer landesweit die höchste Inzidenz.

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