Hohe Corona-Inzidenz

Wie weiter mit Kitas und Einzelhandel im Kreis Hildesheim? Der Samstag entscheidet

Kreis Hildesheim - Liegt die Corona-Inzidenz auch im Samstag über 100, müssen Kitas und Einzelhandel nächste Woche schließen. Wann genau – und kommt der Kreis da wieder raus?

Noch können Kunden in die Hildesheimer Baumärkte gehen - doch bleibt die Inzidenz über 100, kann es damit schnell vorbei sein. Foto: Werner Kaiser

Kreis Hildesheim - Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz für Neuinfektionen mit dem Coronavirus auch am Samstag über 100 liegt – und damit ist zu rechnen – müssen Kitas, Einzelhändler und Baumärkte im Landkreis Hildesheim Anfang nächster Woche wieder schließen. Das hat die Kreisverwaltung am Freitagnachmittag angekündigt.

Der Grund: Die Sieben-Tage-Inzidenz für Neuinfektionen mit dem Coronavirus im Landkreis Hildesheim lag am Freitag zum zweiten Mal in Folge über 100. Zunächst gab es in der Kreisverwaltung die Überlegung, bereits am Freitag die „Notbremse“ zu ziehen. Denn am Mittwoch hatte das Landesgesundheitsamt den Inzidenzwert eines Fehlers bei der Datenübertragung nur mit 77,2 angegeben. Tatsächlich gab es an dem Tag 71 neue Corona-Fälle. „Faktisch lagen wir da also schon über 100“, sagte die Erste Kreisrätin Evelin Wißmann am Freitag. Doch am Nachmittag stellte die Kreisverwaltung klar: Datenfehler oder nicht, der Tageswert des Landesgesundheitsamtes gilt.

Schließung am Dienstag?

So wird der Samstag zum entscheidenden Tag. Vorausgesetzt, das Land korrigiert seine Zahlen nicht noch, dürfte es maximal 26 Neuinfektionen geben – dann würde der Landkreis wieder unter die 100er-Marke rutschen. In den vergangenen Tagen gab es aber stets mehr neue Corona-Fälle.



Der formale Ablauf ist so: Der Landkreis erklärt sich durch Allgemeinverfügung möglichst gleich am dritten Tag mit einer Inzidenz von über 100 – das wäre der Samstag - zur „Hochinzidenzkommune“. Diese Bekanntgabe muss am selben Tag offiziell im Amtsblatt - heutzutage praktischerweise im Internet - erfolgen. Dann ist noch ein Werktag Zeit, bis die neuen Regelungen in Kraft treten. Das wäre der Montag. Heißt: Am Dienstag müssten Einzelhandelsgeschäfte und Baumärkte wieder schließen und dürften Kunden wie vor den Lockerungen Anfang März nur noch an der Ladentür empfangen, wo sie vorbestellte Artikel abholen dürfen (Click&Collect). Auch die Auslieferung georderter Waren bleibt gestattet.

Montag als Galgenfrist

Ebenfalls am Dienstag müssten dann die Kindertagesstätten wieder in die Notbetreuung wechseln. Die Kitas betreuen dann nur Kinder, die vor der Einschulung stehen, Sprachförderbedarf haben oder deren Eltern aus beruflichen Gründen ein Anrecht auf die Notbetreuung haben.

Damit Eltern und Einrichtungen planen können, hat das Land in seiner Verordnung vorgesehen, dass dies erst am übernächsten Werktag nach der Bekanntgabe geschieht – bei einer Veröffentlichung am Samstag wäre das der Dienstag.

Und die Schulen?

Auf die Schulen hat die hohe Inzidenz wegen der Osterferien keine unmittelbaren Auswirkungen. Die weitere Entwicklung in den Ferien ist aber entscheidend dafür, wie es mit Wiederbeginn der Schulzeit am 12. April weitergeht: Denn damit Schulen und Kitas so öffnen dürfen wie aktuell noch, muss an drei Tagen hintereinander die Corona-Inzidenz unter 100 liegen.



Mit Blick auf die Schulen heißt das: Wenn vor dem Ferienende drei Tage am Stück mit einer Inzidenz unter 100 zusammenkommen, geht es im gewohnten Wechselmodell weiter. Wenn nicht, starten nur Grundschulen und Abschlussklassen am 12. April wieder mit Präsenzunterricht im Wechselmodell.

Der Weg zurück

Der Einzelhandel muss länger warten. Bis er wieder öffnen darf, muss der Inzidenzwert an sieben Tagen hintereinander unter 100 liegen.

Update: Dritter Tag in Folge: Inzidenz im Kreis Hildesheim über 100

Update: Kreis Hildesheim erklärt sich offiziell zur Hochinzidenzkommune

Anmerkung: In einer früheren Version des Artikels hieß es, auch für Kitas und schulen gebe es erst nach sieben Tagen Inzidenz unter 100 eine Rückkehr zum jetzigen Modell. Das war ein Fehler, es reichen drei Tage.

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