Pläne für einen Dorfladen

Kommt der nächste 24/7-Supermarkt im Landkreis Hildesheim?

Adensen - Täglich rund um die Uhr einkaufen – in Nettlingen ist das bereits seit über einem Jahr möglich. Nun möchte auch der 900-Einwohner-Ort Adensen wieder einen Dorfladen haben. Allerdings mithilfe eines anderen Anbieters. So soll das Konzept aussehen.

So sieht der erste Standort von Unser Schopp in Burgkemnitz aus. Foto: Bio Schopp UG

Adensen - Dem rund 1357-Einwohner-Ort Nettlingen ist es im Januar 2024 gelungen, mit Tante Enso wieder einen Dorfladen zu haben – Anbieter Enso war an einem Standort in Adensen zwar nicht interessiert, weil Märkte in Eldagsen und Nordstemmen zu nah seien, doch der Ort hat mit dem Unternehmen Schopp mit Sitz in Zörbig einen möglichen Partner gefunden, der den Container-Mini-Markt Unser Schopp bauen würde – aber nur, wenn die Unternehmergesellschaft auf einen gewissen wöchentlichen Umsatz kommt. Und genau hier ist die Unterstützung der Adensener gefragt, sagt Ortsbürgermeister Oliver Riechelmann.

Wie genau funktioniert das Konzept? Adenser schließen vorab ein Abo ab – und verpflichten sich damit, für einen bestimmten Betrag in dem Laden einkaufen zu gehen. Der Mindestbetrag liegt bei 20 Euro in der Woche. Diese Verpflichtung soll dem Unternehmen als Sicherheit bei der Bank dienen, erklärt Riechelmann.

Regionale Anbieter willkommen

1600 Produkte sollen in dem Markt angeboten werden, auch regionale Anbieter seien ausdrücklich willkommen. Laut Riechelmann werden die Adenser im Laden denselben Preis für die Produkte zahlen wie auch bei Edeka und Rewe, „es gibt keinen Dorfladen-Aufschlag“, so Riechelmann. Das Abo, das Interessierte im Vorfeld abschließen, läuft für zwei Jahre.

Wird der Shop tatsächlich eröffnet, sollen auch Kundinnen und Kunden einkaufen können, die kein Abo haben. Zuhause können sich Interessierte eine Liste herunterladen und ausdrucken, auf der das gesamte Sortiment aufgeführt ist.

Standort am Spielplatz?

Einen Standort haben der Ortsrat als Initiator und eine Arbeitsgruppe, die sich um das Projekt kümmern, bereits ins Auge gefasst, nämlich den Spielplatz am Sportplatz, „das wäre optimal“. Allerdings müsste dann die Bauleitplanung geändert werden. Das sei zum jetzigen Zeitpunkt aber noch zu früh, da noch nicht klar ist, ob genug Kunden im Vorfeld ein Abo abschließen werden. Der Wunsch, wieder einen Dorfladen haben zu wollen, scheint aber groß, das habe jedenfalls die Auswertung eines Fragebogens ergeben, so Riechelmann. Sollte ein Unser Schopp eröffnen, hofft Riechelmann auf weitere Unterstützung von Interessierten, die sich vorstellen können, für wenige Stunden an bestimmten Tagen vor Ort zu sein, um etwa Älteren beim Bezahlen zu helfen. Denn wie auch bei Tante Enso in Nettlingen wird in der Regel nicht den ganzen Tag Personal vor Ort sein, dafür können Kundinnen und Kunden etwa mit EC-Karte täglich und rund um die Uhr einkaufen gehen und an der Selbstbedienungskasse zahlen. „Das Konzept wäre eine große Chance für den Ort“, ist sich auch Nordstemmens Bürgermeisterin Nicole Dombrowski sicher. „Wir haben da bei der Vorstellung schon nach einem Haken gesucht, aber absolut keinen gefunden.“

Vor einigen Jahren schloss der letzte Dorfladen in Adensen – allerdings aus privaten Gründen des damaligen Inhabers, nicht aus wirtschaftlichen, so Riechelmann.

Info-Veranstaltung am 20. März

Auftakt des Projekts ist am 20. März: Um 18 Uhr ist in der Sporthalle ein Info-Termin gemeinsam mit den möglichen Betreibern geplant. Wer möchte, kann schon ein Einkaufs-Abo abschließen. Ist die Hälfte der angepeilten Umsatzsumme erreicht, bereitet das Unternehmen den Bauantrag vor und prüft mögliche Förderungen, erklärt Marius Schiel von Unser Shopp. Gibt es Fördermittel, reduziert sich auch das Abo-Ziel. Damit die Adenser den Überblick behalten, wird die Firma eine separate Webseite erstellen, wo der aktuelle Stand der Abos und des ganzen Projekts zu finden sein wird.

„In der Bauplanungsphase befinden sich gerade vier Standorte“, so Schiel. In der Abophase seien 16 Standorte – „Anfragen bearbeiten wir aktuell über 50, wöchentlich steigend“, ergänzt Schiel. Der erste Standort befindet sich in Burgkemnitz und wurde gerade erst am 15. Februar eröffnet. „Seit Beginn wurden alle unsere Erwartungen bei Weitem übertroffen. Speziell die Sonntage sind unglaublich und die umsatzstärksten Tage“, berichtet Schiel von den Erfahrungen dort. „Der Laden wird von allen Schichten und Gruppen genutzt“, zieht er eine erste positive Bilanz.

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