Handel

Modehaus-Kette mit Filiale in Hildesheim meldet Insolvenz an

Hildesheim - Eine große deutsche Modehauskette hat Insolvenz angemeldet. Einer von 36 betroffenen Standorten ist Hildesheim.

Die Kette ist erst seit April 2023 in Hildesheim vertreten. Foto: Thomas Wedig

Hildesheim - Die Modehaus-Gruppe SiNN, die eine Filiale in Hildesheim betreibt, hat Insolvenz angemeldet. Das Ziel sei es, „möglichst viele Standorte und Arbeitsplätze zu sichern“, hieß es dazu am Abend in einer Pressemitteilung. Ob das gelinge, müssten die nun folgenden Gespräche und Verhandlungen zeigen. Erste Signale seien „durchaus positiv zu bewerten“. Der Geschäftsbetrieb laufe an allen Standorten weiter, die Finanzierung dafür sei gesichert.

Zu der Gruppe gehören 41 Filialen mit insgesamt rund 1500 Beschäftigten in 36 meist mittelgroßen Städten. In Hildesheim ist SiNN erst seit dem Frühjahr vergangenen Jahres vertreten: Das etwa 2200 Quadratmeter große Geschäft eröffnete am 1. April 2023 in dem Eckhaus am Hohen Weg, in dem in früheren Jahren erst das Textilhaus Fiedler, dann Peek & Cloppenburg und schließlich H & M ebenfalls Kleidung verkauften.

Geschäftsführung bleibt im Amt

Die nun beim Amtsgericht in Hagen beantragte Insolvenz erfolgt in Eigenverwaltung. Das heißt: Die Geschäftsführung bleibt im Amt und bekommt vom Gericht einen vorläufigen Sachwalter zur Seite gestellt, der das Verfahren im Sinne der Gläubiger begleiten soll. Das ist in diesem Fall ein Wirtschaftsanwalt. Außerdem wird die Geschäftsführung durch einen Sanierungsexperten ergänzt.

Höhere Kosten für Mieten und Energie – und Wasserschäden

In die aktuelle Schieflage ist das Unternehmen offenbar durch unterschiedliche Faktoren geraten. Zum einen durch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, vor allem durch gestiegene Kosten für Mieten, Energie und Logistik. Außerdem habe der Aufbaue eines dringend nötigen neuen Warenwirtschaftssystems zu einem erheblichen Mehraufwand geführt, schreibt ein Pressebüro im Auftrag von SiNN. Schließlich habe die Gruppe an mehreren Standorten einzelne Etagen oder ganze Filialen wegen Wasserschäden oder aus bautechnischen Gründen zeitweilig schließen müssen. Die SiNN GmbH erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Jahresumsatz von 240 Millionen Euro.

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