Hannover/Hildesheim - Das Land Niedersachsen will mit einem neuen Stufenplan den Weg aus der Corona-Krise schaffen. Abhängig vom Inzidenzwert sollen weitere Lockerungen möglich sein. Ein entsprechendes Konzept sei am Montag vom Kabinett der Landesregierung verabschiedet worden, sagte Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD). Man wolle die Fragen beantworten: „Wir kommen wir aus dieser Pandemie?“, sagte Behrens. „Wie wollen wir unter anderem Wirtschaft und Kultur vorsichtig öffnen?“ Der Stufenplan sei eine Perspektive, damit man wisse, auf was man sich einstellen kann. Das Ziel sei, einen guten Sommer zu haben.
Stufenplan Niedersachsen: Drei Stufen anhand Inzidenz
Das Konzept enthält drei Stufen: Demnach liegt ein „erhöhtes Infektionsgeschehen“ bei einer Inzidenz zwischen 10 und 35 vor. Als „hohes Infektionsgeschehen“ bezeichnet das Land den Bereich zwischen 35 und 50. „Starkes Infektionsgeschehen“ herrscht demnach zwischen 50 und 100.
Bei Werten über 100 greift die sogenannte Bundesnotbremse, die – wie etwa aktuell in der Region Hannover – eine nächtliche Ausgangssperre vorschreibt. Bei Werten unter 100, wie derzeit in Hildesheim, greift die Corona-Verordnung des Landes – durch diese sind in der Region am Montag einige Lockerungen in Kraft getreten. Demnach dürfen etwa Gastronomen draußen wieder Gäste begrüßen und einige Hildesheimer wieder Sport im Freien treiben.
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Bei Inzidenz unter 50 soll unter anderem gelten:
Geplant ist etwa, dass sich bei einer Inzidenz unter 50 bis zu zehn Personen aus maximal drei Haushalten treffen können. In Schulen und Kitas soll es unter anderem Lockerungen bei der Maskenpflicht geben.
Theater, Kinos und Konzerthäuser dürfen drinnen Gäste begrüßen sofern sie negativ getestet sind. Die Gastronomie soll auch drinnen wieder öffnen können, mit Hygienekonzept und negativen Tests. Draußen soll die Testpflicht entfallen.
Bei Inzidenz unter 35 soll unter anderem gelten:
In Schulen kann dann die Testpflicht für Lehrkräfte und Schüler entfallen. Auch im Kulturbereich sollen dann keine Tests mehr nötig sein.
Beim Einzelhandel entfallen die Zugangsbeschränkungen. Hallenbäder sollen öffnen dürfen. Auch Bars, Discotheken und Clubs sollen geöffnet werden können, jedoch einer Personenbegrenzung unterliegen.
Gesundheitsministerin Behrens warnte vor zu viel Euphorie angesichts der zurückgehenden Infektionszahlen: „Wir müssen sehr umsichtig und vorsichtig vorgehen“, sagte sie. „Wir gehören zum Team Vorsicht in Niedersachsen.“
Inzidenz in Niedersachsen sinkt langfristig
Schon nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 hatte die niedersächsische Landesregierung einen umfangreichen Stufenplan erarbeitet.
In Niedersachsen sind innerhalb eines Tages 406 Corona-Neuinfektionen gemeldet worden. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) stieg die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Montag leicht von 83,4 auf 84,6.
Die Inzidenz gibt an, wie viele Menschen sich binnen einer Woche pro 100.000 Einwohner neu angesteckt haben. Am Montag vor einer Woche lag der Landeswert noch bei 99,5. Zudem wurden vier weitere Todesfälle registriert, seit Beginn der Pandemie sind es in Niedersachsen mittlerweile 5410.
Keine Lockerungen bei Inzidenz über 100
Die höchsten Inzidenzwerte wurden für die Stadt Salzgitter (189,9), die Stadt Delmenhorst (177,9) und den Landkreis Vechta (158,2) gemeldet.
Die Sieben-Tage-Inzidenz für den Landkreis Hildesheim liegt bei 66,7 und damit weiter weit unter 100. Die niedrigsten Werte verzeichneten die Landkreise Wittmund (28,1), Friesland (33,4) und Goslar (35,2).
Mit RND/sap/dpa
