Hildesheim - Seit Montag gelten in Stadt und Landkreis Hildesheim neue Corona-Regeln. Unter anderem auch für den Einzelhandel. Der darf grundsätzlich wieder öffnen – Kunden und Kundinnen, die durch die Läden bummeln wollen, müssen aber einen negativen Coronatest vorlegen, nachweislich den vollen Impfschutz haben oder von Corona genesen sein.
Eine dieser Voraussetzungen muss auch erfüllen, wer im Außenbereich einer Gastronomie Platz nehmen will. Klingt kompliziert. Wie läuft der erste Shoppingtag in Hildesheim unter den neuen Voraussetzungen?
Das Leben kehrt zurück
Ins Herzen Hildesheims kehrt das Leben zurück. Die Fußgängerzone ist am Montagmorgen deutlich belebter als in den vergangenen Wochen, an den Tischen der Eisläden, Cafes und Restaurants sitzen bei milden Temperaturen Frauen und Männer und genießen ihren Kaffee. Eine erste kurze Umfrage unter den Gästen zeigt: Die Hildesheimer waren zuvor in einem der Testzentren und haben sich dort einem Coronatest unterzogen. Einen Schnelltest an Ort und Stelle hat offenbar noch keiner gemacht.
So sollte es auch sein, meint beispielsweise Martin Luiten, Chef im Van der Valk-Hotel am Rathaus. Seine Mitarbeiter seien schon schwer damit beschäftigt, die Nachweise zu überprüfen, die die Gäste vorlegen müssen. Da bliebe kaum Zeit, auch noch Schnelltests ordnungsgemäß zu überwachen. Zumal das auch nicht die Kernkompetenz seiner Mitarbeiter ist: „Wir können gute Gastronomie“, sagt Luiten. „Fürs das Testen haben wir die Fachleute in den Zentren.“
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Lange Schlange am Testzentrum
Und da wollen die Menschen auch hin. Bemerkbar macht sich die neue Situation am Vormittag am Testzentrum von Hil-Care an der Lilie. Zum ersten Mal stehen die Menschen Schlange vor den weißen Zelten, deren Eingänge nun auch etwas anders aufgebaut sind als noch tags zuvor: In zwei Reihen geteilt stehen die Leute an, die einen Termin gebucht haben, und die, die spontan vorbeigekommen sind. Beides geht, wie Hil-Care-Betreiber Sebastian Adamski sagt. „Wer ohne Termin kommt, braucht nur gegebenenfalls einen Moment Geduld, bis er dran ist.“
Teilten sich die Besucher des Testzentrums bislang in zwei Drittel mit Termin und ein Drittel ohne, hat sich das Verhältnis am Montag auf auf 50/50 verschoben, wie Adamski sagt. „Wir haben auf der Lilie drei zusätzliche Mitarbeiter, um der Nachfrage gerecht zu werden und die Abläufe zu gewährleisten.“ Zudem hat Hil-Care seine Öffnungszeiten erweitert: War bislang um 16 Uhr Schluss, geht es nun bis 18 weiter – in den letzten zwei Stunden allerdings komplett ohne Terminvergabe. „Da kann jeder einfach so vorbeikommen“, sagt Adamski. Und danach in die Stadt gehen.
Außenplätze in der Arneken Galerie sind keine Außenplätze
Dort gibt es auch in der Arneken Galerie gastronomische Betriebe mit Tischen und Stühlen vor ihren Türen. Die allerdings dürfen nicht öffnen. Weil sich die Läden in der Galerie befinden, sind ihre Außenplätze keine echten Außenplätze – zumindest nicht im Sinne der Corona-Verordnung. „Alles, was an gastronomischen Betrieben überdacht ist so wie hier in der Galerie, darf auch weiterhin nicht öffnen“, bedauert Centermanager Holger Höfner. Er hätte sich für seine Mieter gewünscht, sagt er, dass auch sie teilhaben dürfen an diesem Neustart.
Im Deseo heißt auch Inhaber Achim Christ am Montag die ersten Gäste willkommen. Viele sind es anfangs noch nicht, Christ vermutet bei vielen eine Unsicherheit darüber, was momentan erlaubt ist und in welchem Rahmen. „Viele wissen gar nicht, was los ist“, sagt er. Wie das Testen funktioniert, welche Öffnungszeiten gelten, welche Daten die Leute wo hinterlegen müssen, all das sei verwirrend. „Da braucht es vielleicht einfach ein paar Tage Zeit, bis das bei allen ankommt“, sagt er. In der Zwischenzeit bietet er seinen Gästen auch die Möglichkeit, sich vor Ort zu testen. „Wir stellen dann eine Bescheinigung aus mit allen Daten und so weiter, und die stempeln wir dann ab“, sagt er.
