Hildesheim - 14 Kommunen in Niedersachsen können in der kommenden Woche Modellprojekte zur Öffnung von Läden, Kultur und Außengastronomie starten – auch Hildesheim ist dabei. So verkündet es die Landesregierung am Samstag vor Ostern.
Das bedeutet, dass zum Beispiel Einzelhandelsgeschäfte, Außenbereiche von Restaurants und Cafés, Fitnessstudios, Kinos, Theater oder Galerien öffnen dürfen. Personen, die ein negatives Corona-Testergebnis vorweisen und die Hildesheimer Kontaktnachverfolgungs-App Checkpoint nutzen, dürfen die sichere Zone betreten. Voraussichtlich soll es in Hildesheim am 12. April losgehen, sagt Oberbürgermeister Ingo Meyer im Gespräch mit der HAZ.
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Außerdem hat das zuständige Sozial- und Gesundheitsministerium gemeinsam mit den kommunalen Spitzenverbänden die Städte Aurich, Achim, Braunschweig, Hansestadt Buxtehude, Cuxhaven, Einbeck, Emden, Hann. Münden, Hansestadt Lüneburg, Nienburg/Weser, Norden und Oldenburg sowie die Samtgemeinde Elbtalaue für den Test ausgewählt.
Nicht dabei ist Hannover. „Das Land Niedersachsen hat heute nur Kommunen mit einem I-Wert kleiner als 100 ausgewählt“, teilt die City-Gemeinschaft Hannover mit. In 14 Tagen will sich die Landeshauptstadt ein weiteres Mal mit ihrem Konzept bewerben.
Sieben-Tage-Inzidenz hätte es vermasseln können
Die entscheidenden Kriterien im Auswahlprozess waren ein überzeugendes Testregime, eine einsatzfähige digitale Kontaktnachverfolgung und die Untersuchung der Infektionsentwicklung vor Ort. Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 93,5 hat sich Hildesheim knapp qualifiziert: Angesichts der Pandemielage und den Risiken einer dritten Infektionswelle wurden zunächst nur Kommunen zugelassen, die im Wesentlichen eine Inzidenz von 100 nicht überschreiten.
Das ist im Landkreis Hildesheim erst seit Donnerstag wieder der Fall. Am Mittwoch lag der Wert noch bei 106,6. Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche an.
Innenstadt wird Testgebiet
Voraussichtlich vom 12. April bis einschließlich 2. Mai sollen Betriebe jeweils zwischen 9 und 21 Uhr unter Vorgaben öffnen dürfen. Das teilt die Stadt Hildesheim in einer Pressemitteilung mit. Testgebiet ist der erweiterte Innenstadtbereich vom Hauptbahnhof im Norden zum Neustädter Markt im Süden, sowie von der Kardinal-Bertram-Straße/Bischof-Janssen-Straße im Westen und der Zingel/der Bahnhofallee im Osten. Ziel des Ganzen ist es, zu erproben, ob mithilfe konsequenter Testungen und einer digitalen Kontaktnachverfolgung das öffentliche Leben wieder Fahrt aufnehmen kann.
Oberbürgermeister begrüßt die Entscheidung
„Offensichtlich konnte nicht nur unser Konzept, sondern auch das, was bereits in Hildesheim an Voraussetzungen geschaffen wurde, überzeugen“, sagt Oberbürgermeister Ingo Meyer. Hildesheim habe nun die Gelegenheit, dabei zu helfen, Wege aus dem Lockdown zu finden. Zudem profitiere die Innenstadt, die unter dem Lockdown leide.
Ein zentraler Baustein des Modellprojekts ist der Stadtverwaltung zufolge die an das Gesundheitsamt des Landkreises gekoppelte digitale Nachverfolgung, die verpflichtend über die App Checkpoint erfolgt. Sie kommt bereits im Testzentrum auf dem Platz an der Lilie zum Einsatz. Damit werde sichergestellt, dass nur negativ getestete Personen innerhalb eines Zeitraums von zwölf Stunden teilnehmende Betriebe im Projektgebiet besuchen können.
Die beteiligten Organisationen
Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von der Stiftung Universität Hildesheim und der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen sowie medizinisch vom Ärztlichen Leiter des Hildesheimer Rettungsdienstes, Professor Dr. Georg von Knobelsdorff, und dem Gesundheitsamt Hildesheim. Nach Abschluss wird der Modellversuch evaluiert und ein Erfahrungsbericht verfasst, der dem Land Niedersachsen zur Verfügung gestellt wird.
Projektpartner sind zudem die DEHOGA, die IHK und die Werbegemeinschaft „Die Freundlichen Hildesheimer“.
