Corona-Regeln

Vorerst keine Ausgangssperre im Kreis Hildesheim: Was zu Ostern gilt – und was nicht

Kreis Hildesheim - Der Kreis Hildesheim plant zunächst weder Ausgangssperren noch einige andere mögliche Verschärfungen und gibt ein Überblick über die aktuellen Regeln für die Region.

Die Kreisverwaltung hat entschieden, bei der Pandemiebekämpfung vorerst auf einige mögliche härtere Maßnahmen zu verzichten. Foto: Clemens Heidrich

Kreis Hildesheim - Der Landkreis Hildesheim hat derzeit nicht die Absicht, Ausgangsbeschränkungen wie im Nachbarlandkreis Peine oder in der Region Hannover anzuordnen.

Gerade in den aktuell besonders betroffenen Kommunen wie Bockenem und Söhlde lasse sich das Infektionsgeschehen durch Erkenntnisse aus der Kontaktnachverfolgung auf bestimmte Personengruppen oder Einrichtungen eingrenzen. „Die Anordnung einer allgemeinen Ausgangsbeschränkung wäre daher unverhältnismäßig“, heißt es in einer Pressemitteilung der Kreisverwaltung von Dienstagnachmittag.

Keine Betretungsverbote geplant

Eine Sperrung von Plätzen ist aktuell ebenfalls nicht vorgesehen. „Im Landkreis gibt es keine Plätze, die besonders stark frequentiert sind und Menschen zum Verweilen einladen“, meint die Verwaltung. Sie sehe kein erhöhtes Risiko, dass Personen das Abstandsgebot und die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung auf solchen Plätzen nicht einhalten und dies zu vermehrten Neuinfektionen führen könnte.


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Ansonsten behält der Kreis Hildesheim aber vorerst den Status einer Hochinzidenz-Kommune, nachdem er am vergangenen Samstag drei Tage in Folge die Zahl von 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern innerhalb einer Woche überschritten hat. Am Dienstag liegt die Inzidenz bei 106,6 - und damit weiterhin über dem relevanten Grenzwert. Die landesrechtlichen Vorgaben sehen dann nach den vorangegangenen Absprachen auf Bundesebene eine Notbremse vor.

Der Landkreis fasst noch einmal zusammen, was in den kommenden Tagen und über Ostern in Stadt und Landkreis Hildesheim gilt:

Kontaktbeschränkungen

Da der Landkreis Hildesheim Hochinzidenz-Kommune ist, gelten auf Weisung des Landes strengere Kontaktregelungen: Es dürfen sich nur Personen eines Haushalts mit höchstens einer weiteren Person aus einem anderen Haushalt und jeweils mit dazu gehörenden Kindern im Alter bis einschließlich sechs Jahren treffen.



Sportliche Betätigungen sind nur noch für Personen eines Haushalts mit einer weiteren Person aus einem anderen Haushalt erlaubt. Das gilt auch für die Nutzung von Angeboten des Freizeit- und Amateursportbetriebs auf und in öffentlichen und privaten Sportanlagen.

Zoos, Tierparks und botanische Gärten

In der neuen Verordnung regelt das Land die Öffnung für diese Einrichtungen in Hochinzidenz-Kommunen neu: Zoos, Tierparks und botanische Gärten können unter bestimmten Anforderungen (Sicherstellung der Einhaltung des Abstandsgebots; Maßnahmen auf Grundlage eines Hygienekonzepts; Zutritt nur nach vorheriger Terminvereinbarung; Begrenzung der Besucherzahl auf die Hälfte der normalen Personenkapazität; Datenerhebung und Dokumentation) geöffnet bleiben. Verkaufsstellen, auch mobile, und Gastronomiebetriebe auf dem Gelände müssen geschlossen bleiben, erlaubt ist nur der Außer-Haus-Verkauf.



Bibliotheken und Büchereien dürfen ebenfalls geöffnet bleiben, wenn für sie ein den Vorschriften entsprechendes Hygienekonzept vorliegt.

Osterregel (2. bis einschließlich 5. April)

Über die Ostertage gilt ein Verbot von Menschenansammlungen in der Öffentlichkeit, auch wenn sie die vorgeschriebenen Abstände einhalten. „Deshalb sieht der Landkreis keine Notwendigkeit, Verstößen gegen dieses Verbot etwa durch Platzsperrungen vorzubeugen“, heißt es in der Mitteilung vom Dienstag.

Keine Maskenpflicht im Auto

Aus der Kontaktnachverfolgung liegen laut Gesundheitsamt keine Erkenntnisse vor, dass Neuinfektionen in bemerkenswertem Umfang aus Fahrgemeinschaften von Personen resultieren, die nicht demselben Haushalt angehören. Deshalb sei auch nicht geplant, für haushaltsfremde Mitfahrer das Tragen einer Maske anzuordnen.

Testpflicht, wenn Abstandsgebot und Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung erheblich erschwert sind?

Das Land eröffnet die Möglichkeit, überall dort, wo das Einhalten eines ausreichenden Abstands und das Tragen einer Maske nicht möglich sind, den Zutritt zu bestimmten Orten oder die Teilnahme an bestimmten Angeboten von einem negativen Schnelltest abhängig zu machen. Dem Landkreis Hildesheim sind nach eigenen Angaben aber keine Anlässe bekannt, bei denen das Einhalten des Abstandsgebotes oder das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung erheblich erschwert sind. Daher ist auch nicht beabsichtigt, eine Testpflicht anzuordnen. „Eine solche Anordnung müsste auch hinreichend bestimmt sein“, erläutert die Kreisverwaltung, „also ausdrücklich benennen, für welche Örtlichkeiten der Zutritt oder Aufenthalt beziehungsweise für welche Anlässe eine Teilnahme nur mit negativem Test zulässig wäre.“

Angebote der Selbsthilfe

Angebote der Selbsthilfe wie Selbsthilfegruppen oder Kontaktstellen, die Pflegebedürftige und deren Angehörige unterstützen, sind mit bis zu zehn Personen in geschlossenen Räumen erlaubt, wenn das Abstandsgebot eingehalten wird.

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