Corona-Ausbruch

44 Infizierte in Hildesheimer Seniorenheim: Wie das Haus den Alltag dennoch im Griff behält

Hildesheim - In der Hildesheimer Seniorenresidenz Cara greift die Corona-Infektionswelle weiter um sich: Nach jüngsten Zahlen sind nun 25 Bewohner und 19 Beschäftigte positiv getestet. Das stellt die Leitung vor große Herausforderungen.

In der Seniorenresidenz Cara ist die Zahl der Corona-Infizierten in die Höhe geschnellt. Nun sollen weitere Tests folgen. Foto: Werner Kaiser

Hildesheim - Die Zahl der Corona-Infektionsfälle in der Seniorenwohnanlage Cara im Immengarten ist weiter in die Höhe geschnellt: Am vergangenen Freitag hatte das Gesundheitsamt jeweils vier Virus-Infektionen sowohl bei den Beschäftigten als auch bei den Bewohnern gemeldet. Bei einer neuerlichen Abstrich-Kontrolle am vergangenen Montag wurde offensichtlich, dass sich das Virus massiv ausgebreitet hat.

Am Mittwoch meldete das Gesundheitsamt, dass nun bereits 19 Beschäftigte und 25 Bewohner infiziert seien. Soweit bislang bekannt, handelt es sich in allen Fällen um die neue, als leichter übertragbar geltende Omikron-Virusvariante, die immer deutlicher die bislang vorherrschende Delta-Variante verdrängt.

Trennung innerhalb des Hauses

Für Tobis Schweiger, den Leiter der Seniorenresidenz, ist der massive Anstieg der Fallzahlen eine enorme organisatorische Herausforderung: Zum einen gilt es, mit dem noch einsatzfähigen Personal die Dienstpläne zu füllen, zum anderen separiert die Seniorenresidenz durch Umzüge innerhalb des Hauses infizierte Bewohner von denen, bei denen der Test unauffällig war.



„Weil sich die Infektionen über alle Bereiche im Haus verteilen und nicht nur in der Pflege konzentrieren, haben wir in allen Bereichen auch noch einsatzfähiges Personal“, sagt Schweiger. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zeigten sich in dieser schwierigen Situation äußerst flexibel und engagiert. „Alle zeigen eine tolle Einsatzbereitschaft.“

Bereits die zweite Welle

Vor einem Jahr hatte es in der Seniorenresidenz schon einmal einen größeren Ausbruch gegeben, damals hatten sich 25 Bewohner und neun Beschäftigte infiziert. Zum Glück gab es keine schwereren Verläufe, auch Todesfälle waren nicht zu beklagen. Damals waren Bundeswehrsoldaten angetreten, um die verbliebene arbeitsfähige Mitarbeiterschaft zu unterstützen. Schon damals waren die Bewohner laut Heimleitung geimpft.

Die bis dato schwersten Ausbrüche in Stadt und Landkreis Hildesheim hatte es im Dezember 2020 und Januar 2021 im Lambertinum mit 145 Infektionen unter Bewohnern und Mitarbeitern sowie 17 Todesfällen unter den Bewohnern gegeben, in der Seniorenresidenz in Nordstemmen waren 99 Bewohner und Mitarbeiter infiziert, von denen 18 Bewohner gestorben sind. Im Januar 2021 gab es im DRK-Altenheim in Gronau einen Corona-Ausbruch, nachdem Bewohner und Beschäftigte bereits ihre Erstimpfungen erhalten hatten. 28 Bewohner und elf Mitarbeiter wurden im Anschluss positiv getestet, vier Menschen starben.

Bislang milde Verläufe

Immerhin scheint nach ersten Erkenntnissen in der Seniorenresidenz Cara die aktuelle Infektionswelle selbst bei den Hochbetagten eher milde zu verlaufen, bestätigt Schweiger die schon häufig geäußerte Vermutung über die Auswirkungen der Omikron-Variante. Nur ein einziger Bewohner sei so schwer erkrankt, dass er ins Krankenhaus verlegt werden musste.

Schon seit Oktober, November seien aber auch alle Bewohner zum Schutz vor dem Virus geboostert worden, denn unter Vorerkrankungen, die die Folgen einer Covid-19-Infektion dramatisch verstärken könnten, leiden in dieser Altersgruppe fast alle Seniorinnen und Senioren.

Tägliche Tests und Isolation

Die organisatorischen Erfahrungen aus der ersten Infektionswelle kommen dem Haus jetzt zugute. Trotz allem bleibt die Herausforderung, das Seniorenheim am Laufen zu halten, groß. Schon seit Wochen werden die derzeit 93 Bewohner und alle Beschäftigten unabhängig vom Impfstatus täglich getestet, es gelten strenge Hygieneregeln, zu denen auch gehört, dass Angehörige das Haus derzeit nicht betreten dürfen. Das Verständnis dafür sei aber groß, versichert Schweiger.



Das Gesundheitsamt hat sich für kommenden Freitag erneut angemeldet, um durch neue Abstriche einen dann aktuellen Stand der Infektionslage zu bekommen.

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