Hildesheim - Die Zeit mit Matthew Graye hat Simon Schröder schon einen Eindruck verschafft, wie sich ein umjubelter Musiker fühlt. Von Herbst 2012 bis Sommer 2014 saß der heute 33-Jährige bei der Ska-Pop-Band am Schlagzeug. Die Gruppe schaffte es damals zu überregionaler Bekanntheit – aber Schröders aktuelle Band hat ihn auf Europa-Tour und zu Auftritten vor Zehntausenden geführt. Schröder spielt Schlagzeug bei Oomph! Und nun hat ihn die Dark-Rockband sogar nach Hildesheim zurückgebracht.
Samstag, 16 Uhr, Hildesheimer Flugplatz. Keine Wolke am Himmel, aber 15.000 Fans vor der Hauptbühne beim M’era Luna. Dort spielen Oomph! Die Gruppe aus Braunschweig gehört zu den Stars der Szene und hat sogar darüber hinaus Bekanntheit erlangt. 2004 schafften es die Musiker mit „Augen auf“ sogar an die Spitze der Charts. Bis heute läuft der Song im Radio. Oomph! gewannen den Bundesvision Songcontest von Entertainer Stefan Raab und haben bis heute mehr als 600.000 Tonträger verkauft. Über 300.000 Menschen hören im Monat ihre Lieder auf Spotify. Schröder kam über einen Schlagzeuglehrer und eine Nachricht bei Instagram in die Band.
So erlebt Schröder die Bandmitglieder
„Flux [Gitarrist und Mitgründer Rene Bachmann alias Robert Flux, Anm. d. Red.] hat mich angeschrieben“, erzählt Schröder. Ein Bekannter habe ihn empfohlen, die Band suche einen Schlagzeuger für Konzerte. „Im August sind die drei zu mir ins Studio gekommen und im November waren wir zusammen auf Tour.“ Oomph! sind zuerst Gitarrist Flux, Keyboarder Andreas Crap (bürgerlich: Thomas Döppner) und Sänger Daniel Schulz. Sie repräsentieren die Band, schreiben und produzieren die Songs. Bei Konzerten und auf Tour unterstützen noch drei Musiker: Bassist Hagen Gödicke, Keyboarder Lajos und eben Schröder am Schlagzeug.
Trotz dieser Aufteilung würden ihm die drei Frontmänner ein „richtiges Bandgefühl“ geben, betont Schröder. „Das sind total entspannte, lockere Typen. Wir fahren zusammen im Nightliner, hängen im Backstagebereich ab.“ Direkt nach seinem Einstieg ging es auf die Europa-Tour zum „Richter und Henker“-Album, 19 Konzerte in Frankreich, Polen, Deutschland und der Schweiz standen auf dem Programm. Dieses Jahr hat Schröder schon Festivals in Luxemburg und Berlin mit Oomph! gespielt, war mit der Gruppe beim Rockharz und in Wacken. Dort kamen 50.000 Menschen zum Auftritt. „Das war schon ein Erlebnis.“
Regelmäßig spielt er am Theater
Schröder kommt aus Dortmund, für sein Schlagzeug-Studium an der Hochschule für Musik, Theater und Medien zog er nach Hannover. Bis heute lebt er dort, betreibt ein Studio und unterrichtet. Die Verbindung nach Hildesheim hielt er aufrecht. Matthew Graye war seine erste Band, bis heute ist er regelmäßig am Theater für Niedersachsen (tfn) zu hören. Zum ersten Mal sprang er dort 2015 bei „Otello darf nicht platzen“ ein. Danach spielte er bei „Frühlingserwachen“ und „Erwin Kannes“, „Die Brücke am Fluss“ und „Elternabend“. Für „Sofies Welt“ und „Jasper in Deadland“ war er sogar Premierenbesetzung.
„Hildesheim hat für mich eine tiefere Bedeutung“, betont er. Zum M’era Luna hingegen hat er kaum Bezug, auch wenn er zum Gespräch im passenden T-Shirt erscheint. „Ich bin kein Festivalgänger.“ Auch ein Genre-Fan sei er weniger. „Ich höre eher Künstler.“ Von Oomph! hat er sich 2004 die Single „Brennende Liebe“ gekauft. Danach habe er die Band aus den Augen verloren, gibt er zu. Seine Freundin hingegen ist ein Riesenfan. „Sie findet es richtig cool, dass ich jetzt dabei bin.“ Zu einem Auftritt hat sie es aber noch nicht geschafft. Chancen genug hat sie aber noch: Bald geht Schröder wieder mit Oomph! auf Tour – zum 35. Bandjubiläum.

