Öffnung von Einzelhandel, Gastronomie und Co.

Hildesheim wird Modellkommune: Was bisher bekannt ist

Hildesheim - Das Land hat am Samstag den Zuschlag erteilt: Hildesheim wird Modellkommune für Öffnungen von Einzelhandel, Kultur und Außengastronomie. Details zur konkreten Umsetzung in Hildesheim folgen noch. Was bisher bekannt ist.

Kann das Modellprojekt die Innenstadt wieder mehr beleben? Foto: Julia Moras

Hildesheim - 14 Kommunen in Niedersachsen können ab der kommenden Woche Modellprojekte zur Öffnung von Läden, Kultur und Außengastronomie starten – auch Hildesheim ist dabei. So verkündete es die Landesregierung am Samstag vor Ostern. Das bedeutet, dass zum Beispiel Einzelhandelsgeschäfte, Außenbereiche von Restaurants und Cafés, Fitnessstudios, Kinos, Theater oder Galerien unter bestimmten Voraussetzungen öffnen dürfen.

In der kommenden Woche sollen detailliertere Informationen über die konkrete Umsetzung in Hildesheim veröffentlicht werden. Das ist bisher bekannt:

Was steckt hinter dem Projekt Modellkommune?

Einzelhandel, Außengastronomie und Co. sollen in einem definierten Gebiet in Hildesheim zwischen 9 und 21 Uhr unter Bedingungen öffnen dürfen.

Welche Bedingungen sind das?

Für die Öffnungen müssen eine konsequente und umfassende Teststrategie, digitale Kontaktverfolgung und die Untersuchung der Infektionsentwicklung in der Region gewährleistet sein.

Deswegen haben nur Menschen in dem definierten Gebiet Zugang zu Gastronomie, Einzelhandel und Co, wenn sie einen aktuellen negativen Corona-Test vorlegen können und die von Hildesheim vorgegebene App zur Kontaktnachverfolgung nutzen.


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Welche App kommt in Hildesheim zum Einsatz?

In Hildesheim soll das System Checkpoint des Hildesheimer Start-ups Youco genutzt werden und nicht die Luca-App, die überregional im Einsatz ist. Wie Stadtsprecher Helge Miethe auf HAZ-Anfrage mitteilt, sei Checkpoint „mindestens ebenso gut“ wie Luca, zudem könne man durch Checkpoint wesentlich einfacher und schneller individuelle Anpassungen an die hiesigen Rahmenbedingungen vornehmen. Auch im Corona-Testzelt von Hil-Care auf der Lilie wird die App Checkpoint bereits genutzt.

Wann soll es in Hildesheim losgehen und bis wann?

Voraussichtlich läuft die Testphase vom 12. April bis einschließlich 2. Mai.

Welches Gebiet umfasst das Projekt?

Das Gebiete umfasst den erweiterten Innenstadtbereich: vom Hauptbahnhof im Norden zum Neustädter Markt im Süden sowie von der Kardinal-Bertram-Straße/Bischof-Janssen-Straße im Westen und der Zingel/der Bahnhofallee im Osten.

Darf man das definierte Gebiet nach Start des Projekts ohne negativen Corona-Test nicht mehr betreten?

Doch, auch ohne Test kann man sich weiter frei in dem Gebiet bewegen. Laut Stadtsprecher Helge Miethe wird es in Hildesheim keine Absperrungen geben. Deswegen werde in Hildesheim auch nicht der Begriff „sichere Zone“ verwendet, dieser sei irreführend und treffe nicht auf die hiesige Umsetzung des Projekts zu. Die ansonsten geschlossenen Geschäfte oder die Außengastronomie darf man aber lediglich mit einem qualifizierten negativen Corona-Test betreten.


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Wo kann man in Hildesheim einen qualifizierten Corona-Test machen?

Corona-Tests sind nicht nur im Hil-care-Testzelt auf der Lilie oder auf dem Volksfestplatz möglich: Auch Apotheken bieten diese Tests zum Beispiel an. Derzeit gibt es aber laut Oberbürgermeister Ingo Meyer noch eine Schnittstellenproblematik: Das Testergebnis muss in das Gesamtsystem eingespeist werden, damit auf die Daten der Person zurückgegriffen werden kann. An dieser Problematik muss derzeit noch gefeilt werden. Wenn eine Apotheke im Landkreis aber die Möglichkeit hat, die Daten ins System einzuspeisen, kann man sich auch am Wohnort testen lassen, um danach die sichere Zone anzusteuern.



Was ist das Ziel des Projekts?

Durch die Öffnungen will man herausfinden, ob mithilfe konsequenter Testungen und einer digitalen Kontaktnachverfolgung die Öffnung der genannten Bereiche verantwortet werden kann.

Wie wird das Projekt wissenschaftlich begleitet?

Das Projekt wird von der Stiftung Universität Hildesheim und der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen sowie medizinisch vom Ärztlichen Leiter des Hildesheimer Rettungsdienstes, Professor Dr. Georg von Knobelsdorff, und dem Gesundheitsamt Hildesheim begleitet. Nach Abschluss wird der Modellversuch evaluiert und ein Erfahrungsbericht verfasst, der dem Land Niedersachsen zur Verfügung gestellt wird. Projektpartner sind zudem die DEHOGA, die IHK und die Werbegemeinschaft „Die Freundlichen Hildesheimer“.

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