Corona-Regeln

Neue Corona-Verordnung in Niedersachsen: In diesen Bereichen gibt es Änderungen

Hannover - Ab sofort gilt in Niedersachsen eine neue Corona-Verordnung. Die bestehenden Regeln gelten erst einmal weiter, in einigen Bereichen wurden die Regeln leicht angepasst – insbesondere bei Großveranstaltungen.

Neue Corona-Verordnung, aber nur wenige neue Regeln: Das gilt jetzt in Niedersachsen. Foto: Werner Kaiser

Hannover - Die niedersächsische Landesregierung hat die Corona-Verordnung leicht angepasst und ihre Gültigkeit um sieben Wochen bis zum 3. September verlängert. Nach Angaben der Landesregierung komme man damit dem Wunsch kommunaler Spitzenverbände nach mehr Planungssicherheit im Sommer nach.

Der Grundsatz der Verordnung bleibt bestehen – ansonsten gibt es nur kleine, zum Teil sogar nur redaktionelle Änderungen in der aktuellen Fassung. In diesem Zusammenhang verweist die Regierung darauf, dass in Niedersachsen vielerorts die Coronazahlen wieder steigen und die Urlaubszeit erst noch bevorsteht.

Gleichzeitig gebe es aber einen deutlichen Impffortschritt in Niedersachsen. Inzwischen sind nach Angaben der Landesregierung rund 43 Prozent der Niedersächsinnen und Niedersachsen vollständig und etwa 62 Prozent einmal geimpft. Um den Impffortschritt auch bei Kindern und Jugendlichen zu steigern, hat die Regierung nun eine Impfaktion ins Rollen gebracht. Auch in Hildesheim können sich Interessierte Zwölf- bis 17-Jährige in diesem Zuge impfen lassen. Dennoch: „Die Corona-Gefahren sind noch keineswegs gebannt, es gilt weiterhin vorsichtig zu bleiben und besonnen vorzugehen“, heißt es in einer Mitteilung des Landes.

Künftig nicht nur Inzidenz als Maßstab?

Ministerin Behrens kündigte unterdessen an, die reine Ausrichtung an der Inzidenz im Lauf des Sommers eventuell aufzubrechen, wenn die Krankenhaus-Belegung durch Corona-Patienten gering bleibe und immer mehr Menschen geimpft seien: „Je höher die Impfquote ist, desto mehr Infektionslage können wir uns leisten“, sagte sie. Vertreter der Hildesheimer Krankenhäuser hatten Überlegungen, neben der Inzidenz auch die Lage in den Kliniken zu berücksichtigen, bereits ausdrücklich begrüßt.

Klarstellung: Gastronomen müssen weiter Kontaktdaten erfassen

Einige Regeln hat die Landesregierung in der neusten Verordnungs-Fassung noch einmal klarer definiert – diese betreffen unter anderem Gastronomiebetriebe. Demnach müssen diese in Landkreisen und kreisfreien Städten auch dann noch Kontaktdaten erheben, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz unter der Grenze von 10 liegt. Das gilt nicht nur für Restaurants, Bars, Kneipen – sondern auch für Discos und Clubs. Dass dies in der alten Fassung der Verordnung missverständlich formuliert war, räumte die Regierung bereits vor einigen Wochen ein.

Neu ist, dass bei einer dauerhaften Sieben-Tage-Inzidenz unter 10,0 auch Verkäuferinnen und Verkäufer auf Wochenmärkten keine Masken mehr tragen müssen. Das galt bislang nur für Besucherinnen und Besucher.

Lockerungen bei Großveranstaltungen

Außerdem gibt es Lockerungen bei Großveranstaltungen. Diese sind jetzt mit mehr als 5.000 Besucherinnen und Besuchern möglich, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in dem Landkreis oder der kreisfreien Stadt nicht mehr als 35 beträgt. Dafür notwendig ist ein entsprechender Antrag mit einem Hygienekonzept, das von der zuständigen Behörde genehmigt werden muss. Falls die Infektionszahlen in Niedersachsen erneut steigen sollten, ist es jedoch möglich, dass die Veranstaltungen dennoch kurzfristig abgesagt werden. Außerdem wird klargestellt, dass Besucherinnen und Besucher von Großveranstaltungen verpflichtet sind, dort einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.


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Die Großveranstaltungen können sowohl mit sitzendem als auch mit (zeitweise) stehendem Publikum durchgeführt werden – und zwar sowohl unter freiem Himmel als auch in geschlossenen Räumen.

Ein Abstand von 1,50 Metern muss bei den Großveranstaltungen in geschlossenen Räumen eingehalten werden – nicht zwischen einzelnen Menschen, sondern zwischen Gruppen mit jeweils maximal 25 Personen. Das soll entweder durch feste Zuteilungen von Sitzplätzen erfolgen – möglich ist das zum Beispiel durch eine sogenannte Schachbrettbelegung. Außerdem könnten Veranstalter Besucherströme beim Eintritt und Ausgang und in den Pausen so lenken, dass es nicht zu Massenansammlungen an einer Stelle kommt. Bei Open-Air-Veranstaltungen darf in Gruppen von bis zu 50 Personen auf den Mindestabstand verzichtet werden.

Kontaktdaten müssen erfasst werden

Pflicht ist, die Kontaktdaten aller Besucher und Besucherinnen zu erfassen – dabei reichen personalisierte Tickets, heißt es in der Mitteilung der Landesregierung. Außerdem besteht die Testpflicht, es sei denn, man ist vollständig geimpft oder genesen. Kinder bis einschließlich 14 Jahren müssen sich nicht auf das Coronavirus testen lassen, wenn sie eine Veranstaltung besuchen. Sie sind überhaupt auch in den Ferien von allen Testpflichten außerhalb von schule und Kita ausgenommen, obwohl die regelmäßigen Pflichttests in dieser Zeit entfallen.



Maximal 25.000 Besucherinnen und Besucher sind bei einer Großveranstaltung erlaubt. Es darf jedoch nur maximal 50 Prozent der Personenkapazität der Einrichtung belegt sein.

Veranstaltungsorte: Lüftungsanlagen nicht mehr zwingend notwendig

Darüber hinaus soll einigen Veranstaltungsorten, die nicht über eine Lüftungsanlage verfügen, der Betrieb wieder ermöglicht werden. Theater, Kinos und Co. müssen diese jetzt nicht mehr besitzen. Es können für die Frischluftzufuhr auch Luftdesinfektion und Luftfiltern ausreichen, um öffnen zu dürfen.

Keine Maskenpflicht in vielen Arbeitsstätten

In Arbeits- und Betriebsstätten gibt es wiederum keine Maskenpflicht mehr – das ist eine Folge aus den Änderungen in der Arbeitsschutz-Verordnung des Bundes. Aufgrund der niedrigen Inzidenzen und der steigenden Impfquoten wurde die Maskenpflicht am Arbeitsplatz gestrichen. Das gilt auch für musikalischen Kleingruppenunterricht. Weiterhin muss jedoch an den Arbeitsstätten eine Maske getragen werden, wo der Mindestabstand von 1,50 Meter nicht eingehalten werden kann. Beispielsweise bei körpernahen Dienstleistungen in Massagebetrieben oder beim Friseur.

Neuerungen bei Heim- und Tagespflegebesuchen

Strengere Regeln gibt es jetzt für Besucherinnen und Besucher von Heimen. Nun müssen sich diese auch schon bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 10 auf das Coronavirus testen, um die Bewohner zu besuchen. So sollen die laut Landesregierung besonders schutzbedürftigen Heimbewohner vor Infektionen bewahrt werden. Erlaubt sind Schnelltests, aber auch Selbsttests.

In Tagespflegeeinrichtungen gibt es hingegen eine Erleichterung. Wenn alle anwesenden Gäste einen Impf- oder Genesenennachweis vorlegen können, müssen sie keinen Mund-Nasen-Schutz mehr tragen.

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