Hildesheim - Saturn hat den Räumungsverkauf eingeläutet – am Samstag öffnet der Elektrohändler zum letzten Mal seine Türen in der Arneken Galerie. Damit verliert die das Einkaufszentrum einen weiteren sogenannten Ankermieter, der eine große Fläche belegte und Kunden anlocken sollte. Seit der Eröffnung im März 2012 musste die Arneken Galerie schon mehrere Mieter auf prominenten Flächen verabschieden, die dem Einkaufszentrum und zum Teil ganz Hildesheim den Rücken kehrten. Die HAZ hat acht davon aufgelistet.
Saturn
Der aktuellste Verlust: Saturn. Nach zehn Jahren ist Schluss – und schon zu Beginn der letzten Woche ist die Niederlassung nur noch ein Schatten ihrer selbst. Saturn und der französische Klépierre-Konzern als Betreiber der Arneken Galerie hatten sich zuvor nicht auf eine weitere Zusammenarbeit verständigen können. Nach jahrelangen Verhandlungen über eine Verlängerung des ersten, auf zehn Jahre angelegten Mietvertrages kam es zum Aus. Erst einmal dürfte die riesige Ladenfläche auf zwei Stockwerken nun leer stehen. „Aktuell gibt es hierzu keine Neuigkeiten“, sagt Centermanager Holger Höfner auf HAZ-Nachfrage knapp.
Reno / CCC
Gleich mehrere Schuhhändler hatten offenbar kein Glück mit ihren Filialen im Untergeschoss der Arneken Galerie. Ende September 2019 eröffnete zuletzt Reno in dem Einkaufszentrum. Im Dezember 2020 schlossen sich die Türen wieder. Hintergrund war offenbar die Insolvenz der in Polen gegründeten CCC-Kette, die mit ihren deutschen Filialen zunächst über Jahre rote Zahlen schrieb, dann einen Käufer dafür suchte und den schließlich auch in der HR Group fand, zu der wiederum Reno gehört. Ein großer Deal in der Schuhhandlungsbranche, der auch in Hildesheim im Untergeschoss der Galerie sichtbar wurde: Vor Reno prangte das CCC-Logo über dem Ladeneingang.
Mit Reno verließ ein in Hildesheim seit langem bekanntes Geschäft die Stadt. Das Unternehmen hatte von 2007 bis 2017 eine große Filiale in den heutigen Rossmann-Räumen zwischen der Fußgängerzone und der Judenstraße betrieben, davor bereits 20 Jahre lang im Bavenstedter Gewerbegebiet. Obendrein betrieb Reno von 1993 bis 2004 einen Laden am Hauptbahnhof. Nun gibt es gar keine Filiale mehr.
Vor Reno und CCC befand sich seit der Eröffnung 2012 bis 2015 bereits ein anderer Schuhhändler auf der etwa 600 Quadratmeter großen Fläche: Der Schüh-Fashion-Store. Begonnen hatte Geschäftsinhaber Roman Schüh (36) in der Andreas-Passage. Dort unterhielt er nach seinem Umzug in die Arnekenstraße noch eine Zeit lang ein Warenlager. Seit der Schließung in der Arneken Galerie gibt es gar keinen Schüh-Laden mehr in Hildesheim.
Schuh-Kay und Tamaris
Im November 2020 hat die Hamburger Schuh-Kette Schuh-Kay ihre Niederlassung in der Arneken Galerie aufgegeben. Auch der Franchisenehmer Tamaris, der ebenfalls eine Fläche in der Arneken Galerie hatte, war betroffen. Der Hintergrund: Schuh Kay war das erste sichtbare Corona-Opfer in der Galerie. Ende Juni 2020 hatte das Unternehmen Schuh Kay 1882 Insolvenz angemeldet – Teil der Sanierung war die Aufgabe von Filialen. Dazu gehörte auch die in Hildesheim. Schuh-Kay hatte genau wie Schüh zur Eröffnung der Arneken Galerie seine Türen geöffnet.
Nach Schuh-Kay zog ein Corona-Testzentrum auf die Fläche, mittlerweile befindet sich dort ein Görtz-Outlet. In die ehemaligen Tamaris-Räume ist der Spirituosenhändler Vom Fass eingezogen, der zuvor im Obergeschoss war.
Intersport
Intersport Voswinkel schloss Ende Oktober 2019 seine Filiale im Untergeschoss der Arneken Galerie. Das Einkaufszentrum hatte dem Sportgeschäfte-Betreiber, der sich mit einem Schrumpfkurs aus der Insolvenz befreien wollte, noch ein neues Angebot unterbreitet – doch auch die Aussicht auf ein Entgegenkommen bei der Miete konnte die Voswinkel-Verantwortlichen nicht mehr zum Umdenken bewegen. Erhalten blieb in Hildesheim bis heute die Voswinkel-Filiale neben dem Media Markt an der Bavenstedter Straße.
Mango
Aus Mango wurde 2018 Only: Während TK Maxx seine Eröffnung in der Arneken Galerie vorbereitete, kündigte sich der neue Mieter für die ehemalige Fläche von Mango an, der sich bis heute dort befindet. Der spanische Fast-Fashion-Filialist Mango war zur Eröffnung einer der ersten bekannten Mieter der Galerie. Nach einigen Jahren war aber Schluss. Heute gibt es eine Mango-Fläche im Modegeschäft Zebra 21 am südlichen Eingang der Arneken Galerie.
Brax
Zum 31. März 2017 hatte der Modehändler Brax Hildesheim den Rücken gelehrt. Der Mietvertrag des Herforder Unternehmens in der Arneken Galerie lief aus, eine Verlängerung kam für Brax nicht in Frage. „Zuletzt war keine deutliche Entwicklung für uns erkennbar, so dass wir uns dazu entschlossen haben, uns zurückzuziehen“, sagte Unternehmenssprecher Sebastian Geist damals. Im Laufe des Jahres zog Tom Tailor auf die Fläche – und verkauft dort bis heute. Das Partnergeschäft Tom Tailor Denim verschwand in diesem Zuge aus der Galerie.
Lesen Sie auch: Betreiber der Hildesheimer Arneken Galerie verkauft sein größtes deutsches Einkaufszentrum
Wanderzeit
Einen Rückschlag für die Arneken Galerie gab es auch 2016: Der Outdoor-Spezialist Wanderzeit hatte seinen Mietvertrag gekündigt. Das Fachgeschäft belegte im Untergeschoss fast 500 Quadratmeter Fläche, war vom ersten Tag an dabei. Doch die Kölner Firma Sportarena, die das Konzept Wanderzeit ins Leben gerufen hat, sah keine Chancen mehr, wirtschaftlich auf einen grünen Zweig zu kommen.
Imaginarium
Das Geschäft fiel vor allem durch seine bunte Eingangstür für Kinder auf – doch mangels Umsatz verließ der Spielzeugladen Imaginarium die Arneken Galerie im Januar 2014 nach rund zwei Jahren. Die Filiale befand sich im Erdgeschoss. Bereits kurz nach der Schließung des Spielwarengeschäfts zog der Modehändler Mustang auf die leere Fläche, der bereits seit der Eröffnung an anderer Stelle in dem Zentrum präsent war. Ende März 2019 war es dann auch für Mustang vorbei. Nach kurzer Umbauphase kehrte das Fachgeschäft „Socks“ in das Einkaufszentrum zurück. Dieses befindet sich dort noch immer.










