Sanierung

Schloss Marienburg: Räume bleiben wohl jahrelang geschlossen

Nordstemmen/Pattensen - Für Besucher sind die Räume der Marienburg wegen Sicherheitsbedenken seit September gesperrt – und das soll womöglich für Jahre so bleiben.

Das Schloss Marienburg bleibt für Besucher geschlossen. Derzeit sind nur der Innenhof, das Café und der Shop geöffnet. Foto: Julia Moras

Nordstemmen/Pattensen - Das historische Welfenschloss gilt als eine der größten Sehenswürdigkeiten in der Region. Doch weil ein Gutachten Schimmel in der Dachkonstruktion festgestellt hat, ist die Marienburg bei Nordstemmen seit einem Monat in weiten Teilen gesperrt. Jetzt zeichnet sich ab, dass die Innenräume des Schlosses, das um 1860 von Hannovers letztem König Georg V. erbaut wurde, womöglich auf Jahre hinaus fürs Publikum geschlossen bleiben werden.

„Eine Wiedereröffnung der historischen Wohn- und Repräsentationsräume wird angesichts der aktuellen Befundlage erst nach Abschluss der Sanierung möglich sein“, teilt das Ministerium für Wissenschaft und Kultur mit. Weil die Standsicherheit von Teilen des Gebäudes nicht gewährleistet sei, habe die Region Hannover als Bauaufsichtsbehörde den Besucherverkehr eingestellt, um Personenschäden zu vermeiden.

Sanierung noch nicht begonnen

seit Langem angekündigte Sanierung des Schlosses hat noch nicht einmal begonnen, obwohl Land und Bund schon vor mehr als vier Jahren insgesamt 27,2 Millionen Euro dafür zugesagt haben. „Die Befunde bestätigen, dass der Beginn der Sanierungsarbeiten dringlicher wird, um weiteren Schaden vom Schloss und seinem Inventar abzuwenden“, erklärt das zuständige Ministerium jetzt.

Immerhin sei nach aufwendigen Vergabeverfahren mittlerweile der Zuschlag an „sehr erfahrene Projektsteuerungs- und Generalplanungsunternehmen“ erteilt worden – mit einem Baubeginn sei im ersten Halbjahr 2024 zu rechnen.

Davon geht auch Ernst August Erbprinz von Hannover aus. „Die Vorbereitungen zum Beginn der Bauarbeiten sind in vollem Gange“, versichert er. „Erste, sichtbare Sanierungsarbeiten werden im nächsten Jahr beginnen.“ Eine Prognose, wann die aufwendige Sanierung dann abgeschlossen sein könnte und wann die prächtigen Innenräume Besuchern wieder offen stehen, gibt es indes nicht.

Die Stiftung muss sich vor Beginn der Bauarbeiten einen neuen Vorstand suchen

Ernst August Erbprinz von Hannover, selbst langjähriger Eigentümer des Schlosses, hatte das im Unterhalt kostspielige Anwesen vor einigen Jahren in eine Stiftung überführt. Im fünfköpfigen Stiftungsrat sind neben ihm noch die Familie des Pächters Nicolaus von Schöning, die Region Hannover sowie mit zwei Sitzen das Land Niedersachsen vertreten.

Wie jetzt bekannt wurde, muss sich die Stiftung vor Beginn der Bauarbeiten einen neuen Vorstand suchen: Eigentlich sollte der versierte Jurist Andreas Hesse während der Sanierung die Geschicke des Schlosses lenken. Doch er hat den gerade erst übernommenen Posten aus persönlichen Gründen wieder abgegeben. „Es wird eine neue Lösung gesucht“, bestätigt ein Sprecher des Kulturministeriums.

Hof und Café sind geöffnet

Pächter Nicolaus von Schöning hatte es zudem hinter den Kulissen immer wieder Reibereien um das Vermarktungskonzept für das Schloss gegeben. Doch zumindest vorerst dürfte von Schöning auf der Burg bleiben. „Aktuell sucht die Stiftung nicht nach einem neuen Pächter“, versichert Ernst August von Hannover – und das Ministerium äußert sich fast wortgleich. Derzeit sind nur der Innenhof, das Café und der Shop der Marienburg geöffnet. Führungen gibt es lediglich durch den Schlosspark.

Von Simon Benne



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